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Bayerische Adventisten bestätigen Freikirchenleitung

23.04.2017 21:12 | APD | von Zentralredaktion

News des Adventistischen Pressedienstes

v.l.n.r. M. Böhnhardt, S. Rebensburg, W. Dorn - Foto Stephan G. Brass

Augsburg, 23.04.2017/APD   Die aus 111 Abgeordneten der Gemeinden und der Pastorenschaft bestehende in Augsburg am 23. April tagende Landesversammlung hat Pastor Wolfgang Dorn (46) für weitere vier Jahre als Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern in seinem Amt bestätigt. Vizepräsident und Finanzvorstand ist weiterhin Pastor Stefan Rebensburg (52). Als drittes Vorstandsmitglied und Leiter der Adventjugend in Bayern wurde Pastor Martin Böhnhardt (38) wiedergewählt.

Die Delegierten sprachen Wolfgang Dorn mit 101 Ja- und zehn Nein-Stimmen ihr Vertrauen aus. Die Abstimmungsergebnisse für Stefan Rebensburg lauteten 107:4 und für Martin Böhnhardt 97:14. Die drei Geistlichen wurden erstmals 2013 mit der Leitung der Freikirche in Bayern betraut. Die Abgeordneten entlasteten einstimmig den Vorstand für die in den letzten vier Jahren geleistete Arbeit.

 

Mitgliederzahl konstant

In ihren Rechenschaftsberichten wiesen die Vorstandsmitglieder darauf hin, dass sich die Mitgliederzahl der Adventisten in Bayern in den letzten vier Jahren gering von 4.562 auf 4.567 erhöht habe und damit konstant geblieben sei. Von 2012 bis 2016 ergebe der Zugang durch Taufen (255), Aufnahmen (38) und Zuzug aus anderen Gebieten (558) insgesamt 851 neue Mitglieder. Dem stünde durch Wegzug von Mitgliedern (391), Todesfälle (321), Austritte (97) und Entzug der Mitgliedschaft (37) ein Abgang von 846 gegenüber. Da die Adventisten die Glaubenstaufe (Erwachsenentaufe) praktizierten, gebe es neben den Mitgliedern rund 1.000 Angehörige. Es handele sich um (noch) nicht getaufte Kinder und Jugendliche, welche Gottesdienste und Veranstaltungen der Freikirche besuchten. Die Zahl der Adventgemeinden in Bayern sei mit 70 konstant geblieben. Während sich die Ortsgemeinde in Freising 2015 auflöste, konnte 2016 in Bad Windsheim eine Adventgemeinde gegründet werden.

 

 

Spendenfreudige Adventisten

Die Spenden für den Unterhalt der Freikirche durch die bayerischen Adventisten sind von 6,076 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 6,317 Millionen Euro im Jahr 2016 gestiegen, informierte Finanzvorstand Rebensburg. Jedes Mitglied in Bayern habe im letzten Jahr durchschnittlich 1.383 Euro gespendet. Damit würden auch die 33 Pastoren und Pastorinnen sowie die sieben Verwaltungskräfte der Freikirche in Bayern besoldet.

 

 

Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen

Laut Martin Böhnhardt sei die Adventjugend in Bayern bereits seit 1982 Mitglied im Bayerischen Jugendring (BJR). Der Jugendverband umfasse die vier Bereiche Kindergruppen im Rahmen der gemeindlichen Arbeit der Adventgemeinden, die Christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Adventjugend (CPA), die Jugendgruppen sowie das Studierendenwerk der Adventjugend. Fördermittel des BJR hätten es ermöglicht, Jeannette Kupper-Maier als Referentin für Medienpädagogik seit Juli 2016 in Teilzeit (50 Prozent) anzustellen. Der Fokus ihrer Tätigkeit liege auf der Förderung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern sowie Leiterinnen und Leitern innerhalb der Adventjugend durch Aufklärung und Schulung.

 

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland habe Richtlinien und einen Verhaltenskodex für alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschlossen und den unabhängigen Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ zur Materialerstellung und Problemfallaufarbeitung eingesetzt. Die Adventjugend Bayern stehe in engem Kontakt mit diesem Fachbeirat, der die Landesjugendleitung sowie die ehrenamtlich Mitarbeitenden berate und schule. Die Jugendbildungsreferentin der Adventjugend Bayern sei für die Thematik der Prävention sexueller Gewalt verantwortlich und stelle das Bindeglied zwischen Bundesfachbeirat und Adventjugend Bayern dar.

 

Sozialarbeit der Adventisten in Bayern

Jürgen Hildebrandt, Fachreferent des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW) in Bayern, wies darauf hin, dass das AWW als Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland bereits seit 1897 besteht. Es gehöre zu den Gründungsmitgliedern des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Innerhalb der verschiedenen Tätigkeitsfelder des AWW in Bayern nehme die Arbeit für Menschen mit Problemen und Abhängigkeiten einen Schwerpunkt ein. Mit der Beauftragung von Professorin Dr. Gabriele Rieder, Klaus Reichl und Peter Dahmen als Beauftragte der bayerischen Adventisten für den Bereich Sucht sei die Möglichkeit geschaffen worden, eine kontinuierliche Hilfsmaßnahme in Form von Wochenendseminaren anbieten zu können.

 

Die Adventgemeinde Nürnberg-Mitte habe von 2014 bis 2016 insgesamt 29 Flüchtlingen Kirchenasyl gewährt. In diesem Jahr wären es bisher acht weitere, wovon sich vier noch im Kirchenasyl befänden. Bis auf einen Syrer stammten alle aus Äthiopien. Die meisten seien Muslime. Auch die Adventgemeinden Schweinfurt und Wasserburg am Inn hätten 2016 vier beziehungsweise zwei Flüchtlinge in das Kirchenasyl aufgenommen. Außerdem haben laut Hildebrandt bis Ende 2016 in Bayern 24 adventistische Ortsgemeinden 36 Sozialprojekte für Flüchtlinge durchgeführt.

 

Einrichtungen des Advent-Wohlfahrtswerkes in Bayern

Das Advent-Wohlfahrtswerk unterhalte in Bayern das „Advent-Kinderhaus am Westpark“ in München mit acht Krippenplätzen für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren sowie 16 Kindergartenplätze für Kinder von drei bis sechs Jahren, den „Advent-Kindergarten“ in Fürth mit 30 Kindern in zwei Gruppen im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung, den Kindergarten im „Familienzentrum Arche Noah“ in Penzberg sowie die „Heilpädagogische Tagesstätte“ Neuburg/Donau, eine zweigruppige Einrichtung, die 18 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum individuellen Schuleintritt betreut. Eine Kindertagesstätte in Bad Aibling für insgesamt 25 Kindergarten- und zwölf Krippenkinder sei in Planung. Zudem unterhalten die Adventisten in Bad Aibling das Senioren- und Pflegeheim „Haus Wittelsbach“. Es bietet 69 rüstigen sowie 125 pflegebedürftigen Senioren Platz.

 

Weitere adventistisch geführte Sozialeinrichtungen in Bayern seien laut Jürgen Hildebrandt die Christliche Behindertenwohngruppe „Citylight“ sowie der „Hilfe für Freunde“ e. V., beide in Hof, das „Haus Maximilian“ e. V., eine sozialtherapeutische Langzeiteinrichtung für psychisch Kranke und Suchtkranke sowie der Verein „Besser Leben“ e. V. mit den Schwerpunkten Gesundheitsvorsorge, Stress- und Trauerbegleitung, Hilfe für depressive Menschen und deren Angehörige in Neumarkt-Sankt Veit, außerdem die „Tafel“ in Mühldorf am Inn.

 

Adventistische Grundschule in Nürnberg geplant

Laut Wolfgang Dorn gebe es einen konkreten Planungsprozess für eine adventistische Grundschule in Nürnberg. Die Landesversammlung 2013 habe dem Vorstand außerdem den Auftrag erteilt, Gespräche mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern mit dem Ziel eines Gaststatus zu führen. Ein entsprechender Antrag sei im Mai 2015 gestellt worden. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde bereits 1993 in die ACK Deutschland als Gastmitglied aufgenommen. Sie ist inzwischen in fast allen regionalen deutschen ACKs vertreten.

 

 

Adventisten in Bayern gehören zu einer weltweit organisierten Kirche

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern mit Sitz in München gehört als regionale Kirchenleitung zum Süddeutschen Verband der Adventisten, Ostfildern bei Stuttgart. Zum ihm zählen als weitere regionale Kirchenleitungen, auch „Vereinigungen“ genannt, die Adventisten in Baden-Württemberg, Sitz Stuttgart, und in Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) mit Sitz in Darmstadt. Der Süddeutsche Verband ist Teil der weltweiten Adventisten und untersteht der teilkontinentale Kirchenleitung für West- und Südeuropa („Intereuropäischen Division“) in Bern/Schweiz. Diese wiederum gehört zur Weltkirchenleitung („Generalkonferenz“) der Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA. #sta_delegierte

 

 

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