Andachten

Andacht

Andacht 26.05.2018

26. Mai 2018 | Hartwig Lüpke

Andacht 26.05.2018

Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte. Gott, der Herr, ließ aus dem Acker¬boden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten.

Gottes erste Tat nach der Erschaffung des Menschen bestand darin, dass er ihm ein großartiges Geschenk bereitete - einen üppig ausgestatteten Lebensraum, der alle Voraussetzungen für ein gelingendes, frohes, erfülltes und kreatives Leben bot.

Die Schöpfungsgeschichte scheint aber mehr zu sein als ein bloßer Bericht. Sie vermittelt eine Bot­schaft, die grundlegend ist für die gesamte Heilige Schrift. Sie führt vor Augen, mit wie viel Liebe, Lust und Freude sich Gott für seine Geschöpfe engagiert. Schönes und Überraschendes hält er bereit. Vom Be­ginn der Schöpfung an vernehmen wir, dass Gott mit unbeschreiblicher Fürsorge für uns da ist.

Wir lesen, dass der Herr einen Garten mit vielerlei Bäumen anlegte, die mit ihren köstlichen Früchten „verlockend anzusehen“ waren. Im damaligen Orient besaßen nur sehr reiche Menschen einen Garten. Der normale israelitische Bauer kannte lediglich dürre Äcker voller Steine und Unkraut, die ihm alles abver­langten. In einem Garten zu leben ging also über das Notwendige weit hinaus. Es bedeutete Fülle und Über­fluss.

Wenn Gott schenkt, ist er immer großzügig. Der „ewigreiche Gott“ (ghs 7) gönnt seinen Geschöpfen beste Lebensqualität. Auch David wusste das. „Du ... schenkest mir voll ein“, betete er (Ps 23,5).

Interessant ist, dass auch die Nachbarvölker Is­raels von der Erschaffung der Welt und des Menschen erzählten. Auch bei ihnen war von einem Garten die Rede. Allerdings wohnten dort die Götter; die Men­schen mussten die Gartenarbeit erledigen.

Gott aber ist nicht wie die „Götter“. Er muss nicht bedient werden, sondern ganz im Gegenteil: Er tut alles für uns, weil er uns unendlich liebt. Diese wun­derbare Wahrheit gehört zum Kern der Heiligen Schrift und wurde auf Golgatha für alle Zeit festge­schrieben. Zeichen dieser Wirklichkeit sind nicht nur die Früchte des Gartens, sondern erst recht die Schät­ze von Vergebung und ewigem Heil.

Mit dieser Gewissheit in den Tag gehen zu können, empfinde ich als überwältigendes und ermutigendes Geschenk.

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