Andachten

Andacht

Andacht 29.05.2018

29. Mai 2018 | Gerald A. Klingbeil

Andacht 29.05.2018

Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.

Hast du dich auch schon mal gefragt, was genau Jesus mit diesem sehr bekannten Bibeltext eigentlich sagen wollte? Was bedeutet es denn ganz konkret, „umzu­kehren“ und so zu werden wie Kinder?

Der Kontext mag hier hilfreich sein, denn die Aus­sage steht ja nicht im luftleeren Raum. Der Ausgangs­text ist die Antwort auf die Frage der Jünger, wer denn der Größte im Reich Gottes sein würde.

Warum erscheinen kleine Kinder so perfekt geeig­net für die Beantwortung dieser schwierigen Frage? Als Vater von drei Teenagern weiß ich natürlich (eben­so wie Jesus), dass auch Kinder gemein, selbstsüchtig, berechnend oder eigennützig sein können. Als Jesus an anderer Stelle ein Kind in die Mitte zwischen seine sich streitenden Jünger stellte (siehe Mk 9,33-38), wollte er uns daran erinnern, dass wir die Demut und Sorglosigkeit eines Kindes brauchen, um Teil von Got­tes Reich zu werden.

Unsere älteste Tochter Hannah war gerade mal fünf Jahre alt, als wir einen Familienangehörigen in einer psychosomatischen Klinik besuchten. Auf dem Weg in das Zimmer sahen wir viele psychisch kranke Menschen auf den Gängen. Manche sahen aggressiv, andere verwirrt aus. Viele schienen uns gar nicht wahrzunehmen. Meine Frau Chantal wurde immer nervöser, je weiter wir in die Klinik kamen, und hielt Hannahs Hand fest in ihrer.

Und dann passierte es. Hannah, fasziniert von die­sen interessanten Menschen, befreite ihre Hand und marschierte schnurstracks auf einen jungen Mann mit Irokesenhaarschnitt zu. Er sah furchterregend aus. Ein schwarzes T-Shirt mit blutigem Motiv, Tat­toos und ein Gesichtsausdruck, der selbst mir Angst machte. Hannah lief auf ihn zu und positionierte sich 50 cm entfernt von ihm. Sie schaute ihn fasziniert an. Meine Frau und ich hielten den Atem an. Als der junge Mann unsere blonde Tochter vor sich sah, veränderte sich plötzlich sein Gesichtsausdruck. Ein warmes Lächeln, ein freundliches Wort, ein Malheft mit farbi­gen Stiften - und Hannah hatte einen neuen Freund gefunden.

Kann es sein, dass Gott unser kindliches Vertrauen und Unbesorgt-Sein braucht, um die Menschen um uns herum zu segnen und ihnen einen Vorgeschmack auf das Reich Gottes zu geben?

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