Andachten

Andacht

Andacht 02.06.2018

02. Juni 2018 | Nicole Günther

Andacht 02.06.2018

Die Menschen haben es gelernt, wilde Tiere, Vögel, Schlangen und Fische zu zähmen und unter ihre Gewalt zu bringen. Aber seine Zunge kann kein Mensch zähmen. Ungebändigt verbreitet sie ihr tödliches Gift.

Als ich einmal mit meinen Eltern auf der Insel Djerba im Urlaub war, besuchten wir abends eine Anima­tionsveranstaltung. Ein Schlangenbeschwörer spielte auf seiner Bambuspfeife, während eine Königskobra langsam den Kopf aus dem Rattankorb hob und sei­nen Bewegungen folgte.

Die Zuschauer sollten glauben, die Schlange sei ge­zähmt. Die Wahrheit ist aber, dass Schlangenbeschwö­rer nur vorgeben, dass ihre Schlange brav dressiert nach ihren Anweisungen tanzt. Tatsächlich aber wer­den die Tiere durch das Licht des geöffneten Deckels geblendet und orientieren sich am ersten für sie sicht­baren Objekt, das sich bewegt, da sie darin einen Feind vermuten. Die Schlange bedroht also die sich rhythmisch hin und her bewegende Flöte, um jeder­zeit zubeißen zu können, falls sich der Gegner auf Bissdistanz (etwa 30 cm) nähert. Auch das Anfassen und Streicheln der Tiere ist nur wegen ihrer Verwir­rung möglich. Menschen haben also gelernt, die Schlange in ihre Gewalt zu bringen und sie vermeint­lich im Zaum zu halten.

Wie sieht es mit unserer Zunge aus? Haben wir die­se auch im Zaum? Wie schnell entfährt unserem Mund doch ein unbedachtes Wort. Ein Wort, das man nicht mehr zurückholen und ungeschehen machen kann. Ein Wort, das großen Schaden anrichtet, verletzt, ent­täuscht, Beziehungen zerstört, Menschen trennt und das ganze Leben negativ beeinflussen kann.

Ich selbst habe auch schon aus Rechthaberei oder im Ärger ein unbedachtes Wort ausgesprochen und damit jemanden verletzt, der mir lieb ist. Im gleichen Moment spürte ich, dass das Wort den anderen traf, und es stellten sich Schuldgefühle und großes Er­schrecken über mich selbst ein. War ich noch Herrin meiner selbst? Auch ernst gemeinte Entschuldigun­gen können oft nicht mehr gutmachen, was die kleine Zunge in wenigen Sekunden anrichtete, und oft ist das Vertrauen zerstört.

Ich wünsche mir, dass Besonnenheit und Klugheit uns führen, so wie es schon Jakobus (1,19 Hfa) damals riet: „Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet.“

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