Andachten

Andacht

Andacht 05.06.2018

05. Juni 2018 | Sebastian Gelke

Andacht 05.06.2018

Der Wind weht, wo er will. Du hörst ihn zwar, aber du kannst nicht sagen, woher er kommt oder wohin er geht. So kannst du auch nicht erklären, wie die Menschen aus dem Geist geboren werden.

Wind ist mein Metier. Ich lebe an der Küste, und wenn wir hier eines im Überfluss haben, dann ist das Wind. Eine Sturmwarnung bringt hier kaum einen aus der Fassung. Möwen lachen bei Windstärke drei und hören damit bei einem Orkan auch nicht auf.

Die Sache mit dem Wind fiel Jesus mitten in der Nacht ein. Nikodemus, ein Pharisäer und anerkanntes Mitglied des Hohen Rates, schlich sich heimlich zu ihm. Ich stelle mir vor, wie er Jesus aus dem Schlaf holte. Er konnte nicht mehr anders; er hatte das drin­gende Verlangen, diesem Wanderprediger persönlich zu begegnen. In aller Öffentlichkeit wollte er das aller­dings nicht tun, denn Jesus hatte kurz zuvor davon geredet, den Tempel abreißen und in drei Tagen wie­der aufbauen zu wollen.

Mit vom Wind zerzausten Haaren muss der ehr­würdige Nikodemus vor ihm gestanden haben. „Wenn du in Gottes neue Welt möchtest, musst du dich ver­ändern“, sagte Jesus zu ihm. Der Pharisäer wollte eine einfache, strukturierte klare Richtung von Jesus, aber der redete über den Wind, der ebenso wenig fassbar ist wie Gott. Hast du schon einmal versucht, Wind einzufangen, ihn zu zähmen? Es geht nicht. Wind ist einfach da und kann gegen mich oder für mich sein.

Aus Gottes Geist zu leben heißt demnach, zu akzeptieren, dass Gott anders ist, als ich mir das vor­stelle oder wünsche. Er ist ein unkontrollierbarer Gott, der nicht an die Leine unseres Glaubens gelegt werden kann. Wir verschanzen uns oft hinter einem Windschutz, wenn der Wind gerade zu stark weht oder aus der falschen Richtung kommt, doch Gottes Geist kommt nie aus der falschen Richtung, von Zeit zu Zeit überrascht oder irritiert er uns sogar.

Wer sich ihm öffnet und aus der Deckung her­vorkommt, läuft auch Gefahr, Sand in die Augen zu bekommen. Doch ich möchte es wagen, den Wind spüren und mich von ihm tragen lassen. Gott wird mich an Orte und zu Menschen führen, an die ich mich sonst nicht herantraue. Nikodemus ließ sich vom Geist verändern und war später einer der weni­gen, die sich für Jesus aussprachen. Also, Windstärke 12? Ab nach draußen!

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