Andachten

Andacht

Andacht 28.06.2018

28. Juni 2018 | Jürgen Schammer

Andacht 28.06.2018

„Der Mann ging hinaus und traf dort einen anderen Verwalter, der schuldete ihm 100 Silberstücke. Er packte ihn an der Kehle, würgte ihn und sagte: ,Bezahl deine Schulden!‘ Der andere fiel vor ihm auf die Knie und flehte ihn an: ,Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.‘ Aber das wollte der Mann nicht - im Gegenteil: Er ging weg und ließ seinen Mitverwalter ins Gefängnis werfen. Dort sollte er bleiben, bis seine Schulden bezahlt waren.“

Wenn ich das, was Jesus hier als Gleichnis erzählt hat, wirklich erlebt hätte, würde ich mich fragen, ob ich im falschen Film gelandet bin. Erst hätte ich mich über das Happy End für den hoch verschuldeten Verwalter gefreut, das doch recht überraschend kam. Die Barm­herzigkeit des Königs triumphierte über die eigentlich berechtigte Forderung der Schuldentilgung - Grund genug, sich mitzufreuen.

Doch was danach passierte, war nicht einfach nur ein Szenenwechsel, sondern die blanke Katastrophe. Kaum war der begnadigte Verwalter in Freiheit, be­handelte er einen Kollegen, der ihm nur eine ver­gleichsweise geringe Summe schuldete, so unbarm­herzig, dass es mir schier unglaublich scheint. Wie kann auf so viel unverdient erfahrene Güte mit der­artiger Unnachgiebigkeit und Brutalität reagiert wer­den?! Der Kontrast könnte nicht größer sein!

Da stellt sich schon die Frage: Warum hat Jesus den Verlauf dieser Geschichte so extrem dramatisiert? Offensichtlich deshalb, um uns in überspitzter Form einen Spiegel vorzuhalten. Petrus wollte damals wis­sen, ob es reiche, wenn man seinen Mitmenschen siebenmal vergebe. Jesu Antwort: Nein, sondern „siebzigmal siebenmal“ (V. 21-22). Der Dialog mit Petrus war dann der eigentliche Auslöser für dieses Gleichnis. In den Versen 31-34 wird geschildert, dass der zunächst überglückliche Verwalter aufgrund sei­nes schäbigen Verhaltens doch noch die volle Härte des Gesetzes erleiden musste. Schließlich endet das Ganze mit der Warnung Jesu: „So wird mein Vater im Himmel auch euch behandeln - wenn ihr eurem Bru­der oder eurer Schwester nicht von Herzen vergebt.“ (V. 35 BB)

Wer Gottes Vergebung erfahren hat, sollte niemals anderen die Vergebung verweigern. Das widerspricht der Absicht Gottes, denn er will, dass wir nach seinem Beispiel handeln und anderen vergeben, so wie er uns vergeben hat. Wenn wir das nicht beachten, verpassen wir es, Gottes Willen zu tun.

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