Andachten

Andacht

Andacht 29.06.2018

29. Juni 2018 | Ralf Schönfeld

Andacht 29.06.2018

Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich und für Gottes rettende Botschaft einsetzt, der wird es für immer gewinnen.

Das ist wieder mal so ein typisches Jesus-Wort: heftig, deutlich, provokativ, widersprüchlich - und dennoch wahr. Natürlich möchte ich mein Leben nicht verlie­ren! Damit ich es behalte, soll ich es loslassen? Wie bitte soll das gehen?

Ich versuche es mal mit einer eigenen Ableitung: „Wer das ewige Leben haben will, wird es nicht bekom­men.“ Aber Moment mal, was ist falsch daran, in den Himmel zu wollen? Die verräterischen Worte heißen „haben wollen“. Das genau ist an der Himmelstür ein Ausschlusskriterium, genau das macht uns hier alles kaputt: haben wollen. Gier, Macht, Geld. So ein Mensch bist du nicht? Gut, typisch ist das für mich auch nicht. Aber wie steht es mit dem Satz „Manche Leute wollen lieber recht haben als verheiratet zu sein“? Recht haben wollen ist auch ein „Habenwollen“. Der Himmel jedoch ist genau deshalb so himmlisch, weil keiner mehr etwas „haben will“, sondern alle un­glaubliche Freude im Geben finden, im Schenken. Das beerdigt Streit, Eifersucht verhungert, Intrigen und Krieg werden zu gänzlich fremden Dingen.

Ich denke an Mose: Hinterm Rücken haben seine Leute ein übles Spiel gespielt. Als es rauskommt, macht Gott ihm einen Vorschlag: Die Menschen sind schlecht, ich mach sie nieder und starte mit dir und dei­ner Familie noch mal neu! Mose ist entsetzt: Gott, das kannst du nicht tun! Opfere lieber mich und rette sie! Und Gott gefällt diese Haltung, denn es ist im Grunde die seine - er bleibt allen gnädig (siehe 2 Mo 32). Ähn­lich Paulus: Niemand hat ihm das Leben so schwer ge­macht wie seine eigenen Landsleute. Wie kommt er dann dazu, in Römer 9,3 zu schreiben: „Ich wünschte, selbst in die Verlorenheit zu stürzen, wenn ich meine Landsleute dadurch retten könnte!“?

Da werde ich ganz kleinlaut. So großherzig bin ich nicht. Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass Jesus genau solche Haltungen meinte, als er von „Leben ein­setzen“ sprach, aber wie soll ich jemals so werden? Ich könnte höchstens so tun als ob - dumm nur, dass Gott ins Herz schaut. Ich möchte ja gern in den Himmel passen, bin aber im Grunde viel zu egoistisch dafür.

Guter Gott, sei mir gnädig und gib mir einen neuen Geist! Anders wird das wohl nichts mit uns - mit Gott und mir.

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