Andachten

Andacht

Andacht 06.07.2018

06. Juli 2018 | Wilfried Krause

Andacht 06.07.2018

Wir schreiben euch diesen Brief.

Vor mir liegt ein vergilbter Briefumschlag mit meiner damaligen Anschrift: 3271 Friedensau (Schule). Mit einer roten 20-Pfennig-Marke erreichte er mich. Der darin befindliche Brief wurde am 26.11.1969 geschrieben. Er gehört zu den kostbarsten Schätzen, die ich besitze. Sein Inhalt hat mich in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder bewegt.
Der kurze Brief beginnt so: „Lieber Wilfried! Möchte Dir auch mal ein paar Zeilen schreiben. Befinde mich hier im Krankenhaus, Haus 2. Es wollte nicht mehr gehen. Bin herz- und magenkrank. Ich freue mich, dass bei uns die ganze Familie den Weg der Rettung geht, und ich wünsche nichts sehnlicher, als dass wir uns alle dort in jenen lichten Höhen in der Ewigkeit freuen. Der Herr wolle uns Gnade schenken und jedem einzelnen Kraft schenken, standhaft und treu zu bleiben bis ans Ende.“ Es folgten einige Gedanken zu Mitgliedern der Familie und dann der Schluss: „Nun wünsche ich Euch allen Gottes reichen Segen für
Euer ferneres Leben, Gesundheit und Kraft ... Grüße Deine liebe Maria von mir. Sei herzlich gegrüßt von Deiner Oma.“ Keine drei Monate später fuhr ich zu ihrer Beerdigung. Zu vererben hatte sie nichts. Geblieben ist mir der Brief.
Dank der modernen Technik werden heutzutage Informationen und Grüße im Sekundentakt ausgetauscht. An Geburtstagen klingelt 30 Mal das Telefon. Am Abend ist der Jubilar geschafft. Ihm gelingt es nicht mehr, alle Anrufer aufzuzählen. Stellt euch vor, meine Großmutter hätte mir vor 47 Jahren eine E-Mail geschickt oder mich über Handy angerufen. Sicher hätte ich mich damals auch gefreut, aber ihr Brief ist etwas ganz anderes. Wenn mir danach ist, nehme ich ihn wieder einmal zur Hand.
Wie froh können wir sein, dass vor fast 2000 Jahren Johannes mühsam einen Brief verfasste. Von einer Johannes-E-Mail wüsste heute niemand mehr.
Ob wir uns nicht ab und an daran erinnern sollten, in der Schule schreiben gelernt zu haben? Um eine liebe Karte zu verfassen oder einen überschaubaren Brief auf den Weg zu bringen, braucht man kein Schriftsteller zu sein. Nicht alle Karten und Briefe werden über Jahre aufbewahrt, doch für eine gewisse Zeit sind sie Erinnerungsstücke. Wie sagt es der Volksmund? „Wer schreibt, der bleibt.“ Versuche es doch wieder einmal mit einem 70-Cent-Freudenbringer!

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