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Andacht

Andacht 14.07.2018

14. Juli 2018 | Roland E. Fischer

Andacht 14.07.2018

Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.

Im Volksmund gibt es folgende Redewendung: „Jeder muss sein Kreuz tragen.“ Seit dem 13. Jahrhundert gibt es diese Redensart, die im übertragenen Sinn meint, dass Kummer, Sorgen und Leid zu erdulden sind. An zwei unterschiedlichen Stellen in den Evangelien spricht auch Jesus davon. Was wollte er damit sagen? Meinte er wirklich, dass jeder Mensch - und erst recht jeder Christ - eben Leid zu ertragen hat?
Einmal taucht dieses Wort von Jesus im Zusammenhang mit seiner Leidensankündigung auf (siehe Mt 16,24-27). Wenn jemand Jesus nachfolgen, hinter ihm hergehen will, schließt das die Leidensbereitschaft ein. So wie Jesus schließlich sein Kreuz tragen musste, kann dies auch die Folge für die Jünger sein. Doch das ist kein passives Erdulden, sondern eine aktive Lebensform. Wer sich entschieden hat, Christus als Vorbild zu nehmen und ihm nachzufolgen, ist auch bereit zu leiden.
In der zweiten Textstelle (Lk 14,25-27) wird die Entschiedenheit zur Christusnachfolge betont, die ihre Priorität vor der eigenen Familie und sogar vor dem eigenen Leben hat. „Sein Kreuz tragen“ kann also im wörtlichen Sinn die Bereitschaft zum Martyrium bedeuten. Im weiteren Sinn schließt es all die Konsequenzen ein, die die Christusnachfolge mit sich bringen kann. Das anschließende Gleichnis vom Turmbau macht es deutlich: Wer Jesus nachfolgen will, überlegt sich klugerweise vorher, ob er die Folgen übernehmen möchte.
Als Jesus vom Kreuztragen sprach, ging es im wörtlichen Sinn um das Martyrium. Es ging ihm aber um mehr, nämlich um die Leidensbereitschaft, was Verfolgung, Familienspaltung betraf. Im weitesten, allgemeinen Sinn geht es um die Konsequenzen der Nachfolge jeglicher Art.
„Kreuztragen“ meint also nicht Kummer und Leid, was nahezu jeden Menschen trifft, denn es geht hier ausschließlich um die Konsequenzen der Nachfolge. Das Kreuztragen ist auch nicht von Gott jedem Menschen automatisch auferlegt, sondern ist die Folge der freiwilligen Entscheidung des Nachfolgers. Es ist Ausdruck der Nachfolge Christi und führt den Nachfolger umso mehr in die Gemeinschaft mit seinem Herrn.

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