Andachten

Andacht

Andacht 27.07.2018

27. Juli 2018 | Heidemarie Klingeberg

Andacht 27.07.2018

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Es gab wieder einmal Zeugnisse. Der kleine Reinhard war fix und fertig. Mit seinem Zeugnis konnte er sich zu Hause auf keinen Fall sehen lassen. Er traute sich nicht, es seinen Eltern zu zeigen. Die erforderliche Unterschrift setzte er selbst unter das Dokument. Wie zu erwarten war, flog der Schwindel schon am nächsten Schultag auf. Der Rektor ließ den Übeltäter rufen, hielt ihm die entsprechende Standpauke und bestellte dessen Eltern ins Rektorat. Man sah ihm die Genugtuung an, die er in Erwartung der Ohrfeigen empfand, die den Urkundenfälscher mit Sicherheit treffen würden. Der Liedermacher Reinhard Mey beschreibt die Szene in seinem Lied „Zeugnistag“:
„Mein Vater nahm das Zeugnis in die Hand und sah mich an und sagte ruhig: ,Was mich anbetrifft, so gibt es nicht die kleinste Spur eines Zweifels daran, das ist tatsächlich meine Unterschrift.' Auch meine Mutter sagte, ja, das sei ihr Namenszug. Gekritzelt zwar, doch müsse man versteh’n, dass sie vorher zwei große, schwere Einkaufstaschen trug. Dann sagte sie: ,Komm Junge, lass uns geh’n!‘ ... Ich weiß nicht, ob es rechtens war ... ich weiß nur eins, ich wünsche allen Kindern auf der Welt, und nicht zuletzt natürlich dir, mein Kind, ... Eltern, die aus diesem Holze sind.“
Was für eine wunderbare Aktualisierung des schönsten aller Gleichnisse, das Jesus in Lukas 15 erzählt. Er fragt darin nicht nach dem pädagogischen Sinn, nach der Moral und der gerechten Strafe, die der Sohn verdient hätte und die vom Bruder auch eingefordert wird, der dem Vater Vorwürfe macht: „Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.“ (V. 30)
Ja, Gott ist nicht gerecht, er gibt uns nicht, was wir verdienen, er macht uns keine Vorwürfe, er ist glücklich, wenn wir den Weg zu ihm zurück finden. Was für ein Vater! Ein Vater, auf den wir uns hundertprozentig verlassen können, der zu uns hält, auch wenn wir jede Menge schlechte Noten nach Hause bringen. „So ist Gott“, möchte Jesus seinen Zuhörern sagen. Er wartet auf seine störrischen Kinder und schließt sie in die Arme, wenn sie wieder auftauchen. Was für ein Vater! Mein Vater! Unser Vater!

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