Andachten

Andacht

Andacht 28.07.2018

28. Juli 2018 | Udo Worschech

Andacht 28.07.2018

Und als er [Jakob] an Pnuël vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.

Beim Autosäubern war ich ein wenig unachtsam, und plötzlich durchfuhr mich beim Bücken der Schmerz, der von dem Knochen mit dem klangvollen Namen „Iliosakralgelenk“ ausging. Der Schmerz fuhr in den ganzen Körper und streckte mich für viele Tage nieder.
Ich war anfangs verärgert, da mir diese Auszeit gar nicht in den Kram passte. Die kleinste Alltagstätigkeit war nun sehr schwierig oder gar nicht mehr durchführbar. Ich konnte zwar Auto fahren, doch der Weg zum Auto dauerte eine beachtliche Zeit. An das Wahrnehmen von Terminen war gar nicht zu denken. Um Schmerzen zu vermeiden, war ich gezwungen, jeden Schritt im Zeitlupentempo auszuführen.
Ich machte jedoch auch heilsame Erfahrungen. Zunächst brachten mir all die abgesagten Termine eine ungeahnte Ruhe in meinen Alltag. Dann durfte ich erkennen, dass es auch langsam geht. Ich machte und erlebte alles viel bewusster, da es nur schrittweise funktionierte.
Im Nachhinein erkannte ich, wie wertvoll diese Erfahrung auch im übertragenen Sinne für mich war - jeden „Schritt“ ganz bewusst zu erleben; mit meinem Körper, mit meinem Verstand und meinem Gefühl genau bei dem zu sein, was ich in diesem Augenblick mache.
Manchmal erteilt Gott eben Nachhilfeunterricht. So auch dem etwas überheblichen Jakob, dessen Hinken ihn an diese Nachhilfelektion am Jabbok erinnerte - nämlich ruhiger und gemessener zu sein und auf Gott zu vertrauen. Was zunächst als Ärgernis erscheint, wird zur heilsamen Erfahrung inklusive der Chance für Kurskorrekturen.
Machen wir aus dieser Erfahrung, die jeden heute auf unterschiedliche Weise treffen kann, einen bewussten Vorsatz, den Alltag zu entschleunigen, den einen oder anderen Termin abzusagen, um die noch anstehenden Dinge umso bewusster, achtsamer und damit kraftvoller und gesegneter tun zu können. Legen wir einmal kurze Atempausen ein, bei denen wir einfach „nur“ unseren Atem beobachten.
Probieren wir es aus - auch ohne Schmerzen am Iliosakralgelenk.

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