Andachten

Andacht

Andacht 30.07.2018

30. Juli 2018 | Hartwig Lüpke

Andacht 30.07.2018

Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.

Ich saß mit meiner Frau im Gewandhaus, einem Konzertgebäude in Leipzig. Der Saal hatte sich gefüllt. Es herrschte eine „knisternde“ Atmosphäre. Alle warteten darauf, dass das Konzert begann. Endlich traten die Musiker ein und nahmen Platz. Und dann begann - nein, noch nicht das Konzert, sondern das Stimmen der Instrumente. Diese Vorbereitung auf das Ereignis muss sein.
Vor Jesaja lag ein neuer Tag, angefüllt mit mancherlei Aufgaben. Doch bevor er ihn begann, hielt er Gott sein Ohr hin. Er erwartete Wegweisung. Diese Vorbereitung auf den Tag muss sein. Für uns beginnt ein neuer Tag. Der Wecker hat geklingelt. Nun schnell noch einen Kaffee trinken und dann los? Nicht jeder schafft es, morgens vor der Arbeit zur Stille und Besinnung zu kommen. Es gelingt nur ein kurzer Blick zum Herrn. Da hilft kein schlechtes Gewissen, sondern die Suche nach einer Alternative. Eine Möglichkeit wäre: Der neue Tag beginnt mit dem Abend zuvor, an dem wir uns Zeit fürs Gebet nehmen. Oder: Nicht die Uhrzeit ist entscheidend, sondern unser offenes Ohr. Wir wollen auch wie Jünger hören. Gott soll auch unser Ohr wecken, uns sein Wort anvertrauen - als Wegweisung, als Trost, als Verheißung, als Mahnung.
Ein Jünger ist ein Lernender. Er lernt aus Erfahrung, aber vor allem dadurch, dass er Hörender bleibt. Er hört auf Gott und sein Wort; er achtet auf die Stimme des Heiligen Geistes. Er hört bewusst hin, ist ganz dabei; er braucht und empfängt das gehörte Wort wie eine Mahlzeit. Vielleicht fragt er auch: „Herr, was hast du mir heute zu sagen?“
Lernen bedeutet also nicht so sehr, mehr Erkenntnisse zu gewinnen. Lernen hat etwas mit Zuhören zu tun. Besonders eindrücklich erschließt sich Gottes Wort nämlich in der Stille, im Gebet. Da gibt es Zuspruch und Anweisung, aber auch Schärfung des Gewissens. So werden wir sensibel für die Herausforderungen des neuen Tages.
„Alle Morgen weckt er mir das Ohr.“ Einmal „erweckt“ zu sein, genügt offenbar nicht. Der „Knecht Gottes“ weiß, dass sein Ohr von Natur aus für Gottes Reden verschlossen ist. Daran ändert keine geistliche Übung oder bestimmte Art der Andacht etwas. Unser Ohr muss von Jesus geweckt werden, täglich neu. Das macht bescheiden, aber auch gespannt auf das, was er uns heute schenken will.

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