Andachten

Andacht

Andacht 13.12.2018

13. Dezember 2018 | Werner Jelinek

Andacht 13.12.2018

Bildnachweis: AllzweckJack / photocase.de

In meiner Verzweiflung schrie ich zum Herrn, zu ihm, meinem Gott, rief ich um Hilfe. Er hörte mich ... Vom Himmel her griff seine Hand nach mir, sie fasste mich.

Gerhard Fischer, pensionierter Pfarrer, erinnert sich an ein Erlebnis aus seiner Kindheit. Endlich durfte er im Gottesdienst zu Heiligabend ein Solo singen: Vom Himmel hoch, da komm ich her. Er lernte den Text, übte die Melodie und fieberte seinem großen Auftritt entgegen. Als er dann aber auf dem Podest der Orgelempore stand und ins Kirchenschiff mit den vielen Menschen blickte, wurde ihm schwindlig. Er bekam keinen Ton heraus. Die Pause wurde immer peinlicher.
In der Nähe saß ein alter Bauer, der das Problem erkannte. Der fuhr den Jungen an: „Augen hoch!“ Augenblicklich schaute der kleine Gerhard nach oben, gewann seine Fassung zurück und sang seinen Part so gut es ging. „Augen hoch!“ - dieses energische Wort kam zur rechten Zeit und es klingt bis heute nach. Der Bauer hatte sicherlich keine Ahnung, welche Langzeitwirkung sein „Anranzer“ haben würde.
Nun verstehen wir mit Sicherheit, dass uns nicht der Blick zur Kirchendecke, nicht der Blick hinauf zu den Bergen, zu Idolen und Luftschlössern unser seelisches Gleichgewicht zurückgibt. „Augen hoch“ begreifen wir mit Gerhard Fischer als Blick zu Gott, unserem Vater, und zu Jesus, unserem Helfer. „Augen hoch“, gerade dann, wenn wir den Blick schamhaft senken wollen. Wenn wir uns selbst nicht leiden können. Die Bibel berichtet von einem König, der sich durch Größenwahn selbst ins Abseits stellte. Er konnte nicht mehr klar denken, nicht mehr sinnvoll reden, auch nicht beten. Aber es genügte, als er seine „Augen aufhob“. Gott verstand den sehnsüchtig-demütigen Blick und gab ihm eine zweite Chance.
Das macht mir Mut, den Blick nach oben zu richten. Gerade dann, wenn ich die Welt nicht verstehe, mich nicht verstehe, auch Gott nicht verstehe. Vielleicht schlagen Sorgen um die Familie, um die Kirche, um die Gesellschaft über uns zusammen, und wir sehen keinen Ausweg. „Augen hoch“ bedeutet mehr als „Kopf hoch, alter Junge, es wird schon werden“. Der Blick zu Gott schafft eine neue Sicht. Er schafft Zuversicht. Gott, der alles überblickt, übersieht uns nicht. Vom Himmel her kommt Hilfe.
„Sieh nicht an, was du selber bist in deiner Schuld und Schwäche, sieh den an,
der gekommen ist, damit er für dich spreche.“ (Jochen Klepper)

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