Andachten

Andacht

Andacht 20.01.2019

20. Januar 2019 | Josef Butscher

Andacht 20.01.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen; somit ist der Sohn des Menschen Herr auch des Sabbats.

Dass das Sabbatgebot dem Menschen dienen und nicht als Selbstzweck verstanden werden sollte, scheint für die meisten von uns heute selbstverständlich zu sein. Das war zur Zeit Jesu anders. Denn damals war die Sabbatheiligung in ihrem Verständnis an einem Tiefpunkt  angelangt. Bereits nach der babylonischen Gefangenschaft musste den Israeliten neu erklärt werden, welche Bedeutung der Sabbat haben sollte. Deshalb bemühten sich die Gelehrten aus redlichen Gründen, das Volk vor erneutem Abfall zu bewahren, – leider mit wenig wirksamen Mitteln, denn sie versuchten möglichst genau festzulegen, was am Sabbat erlaubt und verboten sei.
Ein Rabbiner nach dem anderen erklärte immer mehr dazu, erst in mündlicher Form; ab dem zweiten Jahrhundert nach Christus wurde das Traditionsgut schriftlich in der Mischna (hebr. für „Wiederholung“) festgehalten. „Mit der Zeit wurden 39 Kategorien oder Handlungen  erstellt, die am Sabbat verboten waren, wie z.B. pflügen, säen, ernten, Garben binden, dreschen, Getreide mahlen, Teig kneten, backen, schlachten, Feuer anzünden, Feuer löschen, Tücher färben, spinnen, stricken, Bücher kopieren und vieles andere mehr. Diese Hauptkategorien wurden in weitere Untergruppen geordnet und verschiedenen Situationen zugeordnet. Mit der Zeit häufte sich eine große Anzahl von Gesetzen und Bestimmungen an (einige sprechen von 1.521), die ohnehin niemand zu halten in der Lage war.“ (Richard Wilhelm Müller: Die vergessene Zeit. Ein kleines Buch über die große Bedeutung des Ruhetages, Lux Lucet Publishing, S. 94)Jesus hat das Sabbatgebot nie abgeschafft, sondern den ursprünglichen Sinn, nämlich die Beziehung Gottes zu den Menschen, wiederhergestellt. Das Wort „geschaffen“ macht auf ihn als den Schöpfer der Welt (Kol 1,15–17) aufmerksam, und die Bezeichnung „Herr des Sabbats“ weist auf ihn als den Gesetzgeber hin. Was machst du aus dem Geschenk des Sabbats, das Gott dir jede Woche zu deiner Erholung und  geistlichen Erneuerung gibt? Ich wünsche dir, dass dabei Jesus Christus im Mittelpunkt steht – und nicht irgendwelche gut gemeinten Vorschriften.

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