Andachten

Andacht

Andacht 21.01.2019

21. Januar 2019 | Dennis Meier

Andacht 21.01.2019

Bildnachweis: BeneA / photocase.de

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Den 90. Psalm oder Teile daraus hört man meist auf dem Friedhof, bei Beerdigungen. In Momenten also, die wir selten als schön bezeichnen würden. Entweder sind wir als  Betroffene in Trauer oder betroffen, weil hilflos danebenstehend. Vergänglichkeit, Endlichkeit: kein Thema für den Smalltalk am Partytisch. Doch bei allem trüben Erinnern daran, dass wir sterben werden, sagt uns der Psalm in der Überschrift sinngemäß, dass wir in Gott einen sicheren Ort haben.
Nelly Sachs, die jüdische Dichterin, konnte 1940 Berlin verlassen und in Stockholm einen sicheren Ort finden. Über David und die Psalmen dichtete sie 1949 meisterlich: „Aber im Mannesjahr / maß er, ein Vater der Dichter, / in Verzweiflung / die Entfernung zu Gott aus, /  und baute der Psalmen Nachtherbergen / für die Wegwunden.“ Man wagt nach der  poetischen Dichte dieser Formulierung kaum weiterzuschreiben.
Die am und auf dem Weg wund Gewordenen, das sind wir in den schweren, düsteren Momenten unseres Lebens, in den Nächten, die uns umgeben, und vielleicht auch in den Gedanken über den Tod, die uns im Alltag unangekündigt durchzucken. Inwiefern sind da  die Psalmen, im Speziellen unser Vers, „Nachtherbergen“?
Weil hier der Gedanke der Zuflucht existenziell ausgeweitet wird. Gott ist nicht nur unsere Zuflucht, weil wir zu ihm kommen dürfen, wenn wir uns bedroht, einsam, ratlos oder  schwermütig fühlen. Das stimmt alles. Aber hier wird noch größer gedacht. Für den Psalmisten ist seine Existenz, sein komplettes Dasein, eingebettet in Gott. Gott ist der sichere Ort. Also nicht nur dann, wenn es brennt, die Kugeln fliegen, der Druck steigt oder der Blutspiegel sinkt. Immer.
Im Verlauf des Psalms wird Mose (der Sprecher des Psalms) einige verstörende Gedanken  und Gefühle über Gott äußern. Über Gottes Zorn, über das Leid, das er uns zufügt – echte Fragezeichen eines Wüstenwanderers, eines „Wegwunden“. Aber alle diese Gedanken folgen auf die grundlegende Aussage: Gott ist der sichere Ort.
Ich habe keine Ahnung, wie der heutige Tag wird. Hoffentlich unbeschwert und sonnig. Aber einige von uns werden heute angestrengt nach oben schauen, Gott nur in der Entfernung wähnend, und brauchen die Erinnerung an diesen Gedanken wie eine sichere  „Nachtherberge“.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden