Andachten

Andacht

Andacht 27.01.2019

27. Januar 2019 | Heinz-Ewald Gattmann

Andacht 27.01.2019

Der Pharisäer stellte sich hin und betete leise für sich: „Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die anderen Menschen – kein Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder Zolleinnehmer wie dieser hier.“

Diese Lektion haben Gläubige gelernt! Wir wissen um unsere Sünden und kämen nie auf den Gedanken, uns diesbezüglich über einen anderen zu erheben. Doch das Problem liegt tiefer. Vor einigen Jahren durfte ich eine Frau taufen, die anschließend nur noch ein- oder zweimal zum Gottesdienst kam. Dann erfuhr ich, dass sie im Krankenhaus lag. Als ich sie dort besuchte, sagte sie: „Interessiert es dich, warum ich nicht mehr zur Gemeinde komme?“ Und so erzählte sie von ihrer Sucht, von dem inneren Zwang, rauchen zu müssen, dass sie es trotz Glaube und Gebet nicht schaffte, ohne Zigaretten zu leben. „Weißt du eigentlich, wie schlecht ich mich fühle und wie sehr ich mich schäme? In der Gemeinde sind alle so gut drauf, völlig anders als ich. Ich tauge nicht für die Gemeinde.“
Auf dem Nachhauseweg fragte ich mich, was da schiefgegangen war. Waren es meine Bibelstunden, die ihr die Gnade und Barmherzigkeit Gottes nicht deutlich genug aufgezeigt hatten? Oder die Gespräche mit Gemeindegliedern, die offensichtlich den Eindruck erweckt hatten, dass Christen vielen Lasten des Lebens entrückt sind und in einer heileren Welt  leben? Oder konfrontieren wir jemanden mit Forderungen, die ihm keine Zeit zum Wachsen lassen?
Man muss gar nicht unbedingt darüber reden, dass man sich für besser hält als andere. Man spürt diese Meinung oft schon an der Art und Weise, wie wir über Ehebrecher, Süchtige oder … sprechen. Dabei wissen wir doch alle, dass es die reine, heilige, sündenfreie Gemeinde hier auf Erden gar nicht gibt.
Nein, wir sitzen alle im gleichen Boot. Der eine kann nicht von seinen Zigaretten lassen, der andere gibt ungefiltert Gerüchte weiter. Der nächste ist so sparsam, dass man es Geiz nennen kann. Am vierten zerrt der Neid, der fünfte tötet mit Gedanken, Blicken oder Worten. Jeder von uns hat sein Paket zu tragen, keiner wird Gottes Vorstellungen gerecht. Wer darum weiß, wird Jesu Wort auf einmal ganz besonders wertschätzen: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden.“ (Mt 11,28 BB) Gerade für Verlierer ist die Gemeinde deshalb ein Zuhause.

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