Andachten

Andacht

Andacht 01.02.2019

01. Februar 2019 | Alexander Köbele

Andacht 01.02.2019

Bildnachweis: cw-design / photocase.de

Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben.

Obwohl zahlreiche Menschen davon träumen, Lottomillionäre zu werden, halten bei einem tatsächlichen Gewinn das Glücksgefühl und die Zufriedenheit bei Weitem nicht so lange an, wie viele Spieler meinen. Hinzu kommt, dass einige mit dem plötzlichen Reichtum nicht umgehen können und nicht lange nach dem Gewinn sogar ärmer sind als zuvor.
Die Hoffnung auf eine „Abkürzung“ auf dem Weg zu einem erfüllten Leben in Wohlstand und Freiheit hatte wohl auch der junge Mann in dem obigen Text. Er hatte seinen Wohlstand nicht gewonnen, sondern kühl berechnend von seinem Vater als vorgezogenes Erbe eingefordert. Er wollte auf eine völlig andere Art und Weise leben, als es ihm zu Hause möglich gewesen wäre. Deshalb raffte er seinen Anteil am Vermögen seines Vaters zusammen und zog weit weg.
Vielleicht gehören wir nicht zu den Wohlhabenden und fragen uns, was dieser Text mit uns zu tun hat. Aber Reichtum hat nicht immer etwas mit materiellem Besitz zu tun: Wie gehe ich mit den Gaben um, die mir Gott geschenkt hat? Nehme ich sie überhaupt wahr? Realisiere ich, wozu er sie mir gegeben hat? Oder bilde ich mir gar ein, ein Anrecht darauf zu haben, ähnlich wie der Sohn in dem Gleichnis?
Der nachfolgende Vers 14 zeigt das Resultat dieser Haltung: „Nachdem er aber alles
aufgebraucht hatte ...“ Egal, wie groß das Vermögen ist, es bleibt endlich – vor allem wenn es primär für das eigene Vergnügen ausgegeben wird. Irgendwann ist nichts mehr davon übrig oder es verliert seine Wirkung.
Gottes Logik in Bezug auf Wohlstand ist eine andere. Wer das, was er hat – und sei es noch so wenig –, für andere einsetzt und mit ihnen teilt, erfährt, dass er am Ende mehr hat als zuvor. Das „Mehr“ muss jedoch nicht materieller Art sein, denn Geld und Besitz sind eben nicht die größten Glücksfaktoren – entgegen allen Hoffnungen und Träumen der Glücksspieler.
Unser Leben und alles, was wir haben, ist Gottes großzügiges Geschenk an uns. Ob es uns
durch die Finger rinnt oder erfüllend für uns und andere wird, liegt an unserer Einstellung
gegenüber den täglichen Segnungen Gottes. Davon gibt es reichlich für den, dessen inneres Auge wahrnimmt, was dem äußeren oft verborgen bleibt.

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