Andachten

Andacht

Andacht 04.03.2019

04. März 2019 | Johannes Naether

Andacht 04.03.2019

Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir; mein Geist muss ihr Gift trinken, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet.

Hiobs Leben ist aus dem Gleichgewicht geraten – und das ist noch eine milde Umschreibung für den Verlust seiner Kinder und seines Besitzes. Auf seinem Krankenbett kräht ihm seine Frau ins Gesicht: „Na, immer noch fromm? … Verfluch doch deinen Gott und stirb!“ (Hiob 2,9 Hfa) Mehr Leid geht nicht, die Krise ist da und nachdem sich einige Bekannte  schweigend zu ihm gesellt haben, um die Trauer zu teilen, dreschen sie die alten Phrasen: „Siehe, selig ist der Mensch, den Gott zurechtweist; darum widersetze dich der Zucht des Allmächtigen nicht. Siehe, das haben wir erforscht, so ist es; darauf höre und merke du dir’s.“ (Hiob 5,17.27) Mit anderen Worten: selber schuld! Hiob ist selbstkritisch genug, um festzustellen, dass sein Geist aus den Fugen geraten ist, seine Worte sind „noch unbedacht“ (Hiob 6,3).
Es mag müßig sein, zu spekulieren, wie wir an Hiobs Stelle reagieren würden. Aber die Frage ist berechtigt: Kann man sich wirklich auf eine Krise vorbereiten? Kann man auf Vorrat  beten, die Bibel lesen, immer den Gottesdienst besuchen und gute Werke tun? Nichts von dem ist falsch und alles das hat Hiob getan. Jetzt aber kann er nur noch offen bekennen, dass er von Gott vergiftet ist. Ein harter Satz. Ich weiß nicht, ob ich den Mut hätte, so etwas über die Lippen zu bringen.
Ein Mensch kommt an die Grenze des Verstehens und des bisher Geglaubten. Dass es so etwas gibt, dürfen wir nicht ausblenden, wenn wir ehrlich bleiben wollen. Hiob stellt sich  dem und sagt zunächst: „Meine Worte können doch nur scharf und giftig sein. Ich habe keine Chance gegen fromme Sprüche, gegen unser fein gepinseltes Bild von Gott.“ Eine klassische Abwehrreaktion? Selbstberuhigung? Wovor haben wir Angst, wenn wir so denken oder reden? Im Reich der Wörter kann vieles klar geregelt und geordnet sein, da wissen wir uns zu bewegen. Es gibt jedoch Ereignisse im Leben, die uns mitreißen wie ein Strudel. Hier kommt die Klarheit und die radikale Ehrlichkeit eines Hiob ins Spiel: „Wie könnten redliche Worte betrüben? Aber euer Tadel, was tadelt er?“ (Hiob 6,25)
Wenn du an dieser Grenze des Verstehens stehst, wünsche ich dir ein gutes Wort von Gott  und seine deutlich spürbare Nähe.

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