Andachten

Andacht

Andacht 01.04.2019

01. April 2019 | Stephanie Kelm

Andacht 01.04.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Die Frucht aber des Geistes ist … Güte.

Kann man es mit dem Gütigsein auch übertreiben? Vielleicht stutzt du bei dieser Frage, aber ich habe sie mir schon oft gestellt. Im Grunde stelle ich diese Frage jedes Mal, wenn ich  meine: „Das ist nicht gerecht!“ Manchmal würde ich sogar am liebsten auf den Putz hauen und schreien: „Das geht doch nicht!“
Kann man zu gütig sein? Gibt es Situationen, in denen Güte, Milde, Gnade, Barmherzigkeit nicht angebracht sind? Am liebsten würde ich mit „Ja!“ antworten; allerdings finde ich in der Bibel etliche Begebenheiten, die mir eher das Gegenteil zeigen.
Zum Beispiel Jona. Nachdem Gott die Stadt Ninive trotz Gerichtsandrohung verschont hat, schreit Jona heraus (nach Jona 4,1–3): „Gott, das kannst du doch nicht machen! Hier bist du zu gütig!“ Oder da ist Petrus, der Jesus fragt: „Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben?“ Und Jesus sagt: „Siebzigmal siebenmal“, also jedes Mal (nach Mt 18,21–22). Ich frage mich: Ist „jedes Mal“ nicht zu viel? Oder das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Die einen schuften den ganzen Tag, die anderen eine Stunde. Am Ende bekommen alle den gleichen Lohn. Natürlich gibt es Beschwerden. Doch am Ende sagt der Weingärtner – der in dem Gleichnis für Gott steht – zu seinem grummelnden Arbeiter: „Blickt dein Auge böse, weil ich gütig bin?“ (Mt 20,15 EB) Kann man zu gütig sein? Ist nicht irgendwann Schluss? Und müssen wir nicht ab und zu auch mit der Hand auf den Tisch hauen und sagen: „So nicht!“?
Güte ist Milde. Sie ist keine Dummheit. Keine Passivität. Sie hat nichts damit zu tun, dass ich mich anbiedere oder mir alles gefallen lasse. Güte in ihrer reinen Form ist aktiv und zuvorkommend. Wem ich gütig bin, dem gewähre ich freiwillig und aus eigenem Antrieb etwas, das er nicht verdient. Ich öffne die Tür für ihn, obwohl ich es nicht müsste. Ich lasse ihn über den roten Teppich der Gnade laufen.
Kann man zu gütig sein? Die Frage ist pharisäerhaft, sie lauert auf die Antwort: „Bis dorthin musst du gütig sein, aber dann darfst du …“ Gott gibt uns in der Bibel nirgends einen Freibrief, die Güte zu begrenzen. Im Gegenteil: Die Frucht des Geistes ist Güte!
Als Menschen können wir nicht gütig genug sein. Ich merke jeden Tag, dass ich viel Wachstumsbedarf habe. Vater im Himmel, hilf mir, dass deine Frucht wirklich bei mir wachsen kann!

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