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Andacht

Andacht 14.04.2019

14. April 2019 | Daniel Wildemann

Andacht 14.04.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Ein Vater sucht Jesus auf, da sein Sohn von einem bösen Geist geplagt wird. Er ist  verzweifelt. Die Jünger Jesu scheiterten beim Versuch, ihn zu heilen. Die Aussicht auf Hilfe ist nicht mehr groß. So wendet sich der Vater direkt an Jesus: „Hab doch Erbarmen mit uns und hilf uns, wenn du kannst!“ (Mk 9,22 GNB) Wie bitte? Was heißt hier „wenn du kannst“? Jesus macht ihm deutlich: „Wer Gott vertraut, dem ist alles möglich.“ (V. 23 GNB) Nun bricht es aus dem Mann heraus – er schreit: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
Dieses merkwürdige Gebet fasziniert mich. Was denn nun, glaubt er jetzt oder nicht? Ist  denn beides zugleich möglich?
Im Jahr 1723 vertonte Bach diesen Text in der Kantate „Ich glaube, lieber Herr“ (BWV 109).  Der gleichnamige Chorus bringt den Widerspruch dieses Ja-und-Nein-Gebets sehr treffend zum Ausdruck. Da ist zunächst das sich steigernde, hoffende Bekenntnis zum „lieben Herrn“: „Ich glaube!“ Der Glaube ist da – er will und soll da sein. Und doch spürt der Bittende, dass es nur ein wackeliger Kleinglaube ist, dem „Hände und Füße“ fehlen und der nicht zupacken und laufen kann. Das gequälte „Hilf meinem Unglauben!“ klingt zugleich wie ein Klagelied.
Vielleicht hatte der Vater hier keine anderen Worte gefunden. Er war mit seiner Weisheit am Ende: Ja, ich glaube … doch was hat mir dieser Glaube schon gebracht? Es hat sich nichts geändert. Doch für den Fall, dass ich mich irren sollte: Hilf meinem Unglauben! Vielleicht wusste er, dass eine Steigerung des Glaubens nicht von ihm selbst kommen konnte: Hilf mir, (noch mehr) zu glauben!
„Wenn du kannst!“ Wie oft fragen wir uns, ob Gott kann oder ob er überhaupt will? Vor  allem, wenn unsere Geduld hart auf die Probe gestellt wird. Jesus lässt keine Zweifel: Gott will! Gott kann!
Wir können nicht. Gott muss uns selbst erst Glauben schenken. „Wir sind schwache  Menschen und unfähig, unsere Bitten in der rechten Weise vor Gott zu bringen. Deshalb tritt sein Geist für uns ein.“
(Röm 8,26 GNB) Der Geist Gottes hilft meiner Schwachheit auf, dort wo ich nicht vertrauen kann. Er überbrückt die Kluft zwischen „Wollen und Vollbringen“ (Phil 2,13).
Herr, treibe meinen Unglauben samt der Verzweiflung und allen Quälgeistern aus! Denn du kannst.

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