Andachten

Andacht

Andacht 07.05.2019

07. Mai 2019 | Jürgen Schammer

Ein einzelner zarter grüner Grashalm vor grünem Hintergrund.

Bildnachweis: judigrafie / photocase.de

Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie umkehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat’s nicht. Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist’s ja, was ich dachte, als ich noch in meinem Lande war. Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen. So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben. Aber der HERR sprach: Meinst du, dass du mit Recht zürnst?

Hier steht wirklich alles auf dem Kopf! Müsste man nicht von einem Diener Gottes, wie Jona es als Prophet war, eine völlig andere Reaktion erwarten können, etwa diese: „Danke, Herr, dass du diese große Stadt mit ihren hundertzwanzigtausend Bürgern nicht vernichtest, dass du Gnade vor Recht ergehen lässt und ihr eine zweite Chance gibst! Mein missionarischer Einsatz war also doch nicht umsonst – trotz mancherlei Bedenken und Ängste, das freut mich sehr!“?
Das Motiv der Flucht Jonas war nicht die durchaus berechtigte Befürchtung, von den Bewohnern Ninives ausgelacht, verspottet oder gar gefoltert und getötet zu werden; denn in der damaligen Zeit galten die Assyrer als brutale und kriegslüsterne Macht. Im Gegenteil! Jona ahnte, dass der gerichtsreifen Stadt statt der verdienten Strafe Gottes barmherzige Verschonung widerfahren würde. Das gönnte ihr der Prophet nicht. Er kam selbst dann nicht damit klar, als Gott ihm mit dem „Projekt Rizinusstaude“ (Kap. 4,5–11) eine deutliche Lektion erteilte. Jonas Entgegnung lautete: „Mit Recht zürne ich bis an den Tod.“
So merkwürdig und nicht nachvollziehbar Jonas Verhalten auch erscheinen mag – wie reagieren wir auf all die Berichte von Terror, Gräueltaten und Christenverfolgung? Dominiert eher der Wunsch nach Vergeltung und harter Bestrafung oder jene Gesinnung, die sich an Jesu Weisung orientiert: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.“ (Lk 6,27–28)? Gefängnisseelsorger scheuen sich nicht, sogar zum Tode Verurteilten den Weg ins Reich Gottes zu weisen – weil auch sie, wie der Verbrecher am Kreuz, eine echte Chance bei Gott haben!

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