Andachten

Andacht

Andacht 10.05.2019

10. Mai 2019 | Joachim Hildebrandt

Andacht 10.05.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Erkennt ihr denn nicht, dass ihr immer der Sklave dessen seid, dem ihr gehorcht? Ihr könnt die Sünde wählen, die in den Tod führt, oder ihr könnt Gott gehorchen.

Wir hören in der Politik und auch in den Kirchen viel von Freiheit. Christen beziehen sich dabei auf Aussagen Jesu und des Apostels Paulus. Oft wird aber wenig beachtet, welche Freiheit das Neue Testament meint. Der obige Text scheint der Freiheit des Christen zu widersprechen, wenn er sagt, dass wir immer Sklaven sind – unter der Herrschaft der Sünde oder unter der Herrschaft der Gerechtigkeit (Gottes).
Der Bericht über den „Sündenfall“ macht das deutlich. Die Schlange begann eine Diskussion mit Eva über das Gebot Gottes, von der Frucht eines Baumes nicht zu essen, da dies den Tod zur Folge habe. Doch die Schlange erklärte (nach 1 Mo 3,4): „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott fürchtet, dass ihr wie Gott werdet.“ Das glaubte Eva schließlich der Schlange, nahm von der Frucht und aß sie.
Nicht das Essen der Frucht war die Sünde. Indem Eva glaubte, Gott gleich werden zu können, entzog sie sich seiner Herrschaft. Sie wollte autonom, unabhängig von Gott werden. Damit zerbrach sie ihre Beziehung zu ihrem Schöpfer. Das ist das eigentliche Wesen der Sünde; die einzelnen Taten (Sünden) sind nur die Folge des Seinwollens wie Gott. Seitdem stehen alle Nachkommen Evas unter der Herrschaft dieser Sünde.
Zeitgenossen der Aufklärung sahen den Sündenfall auch als Befreiung des Menschen von  Gott an. Schiller hielt den Sündenfall für die glücklichste und größte Begebenheit der Menschheitsgeschichte, denn dadurch sei der Mensch – vorher ein Sklave des Naturtriebes – zu einem frei handelnden Geschöpf geworden. Die Psychologin Verena Kast hat auf dem Evangelischen Kirchentag in Köln (2007) erklärt, sie verstehe einfach gar nicht, warum Eva im Paradies gesündigt haben solle – Eva habe sich doch durch den Griff zur verbotenen Frucht einfach weiterentwickelt.
Paulus nutzte die in seiner Zeit bekannte Situation von Herren und Sklaven in der Gesellschaft, um uns bewusst zu machen: Der Mensch hat die Freiheit, unter der Herrschaft der Sünde oder unter Gottes Herrschaft zu leben. Das Letztere wurde nur möglich, weil Christus alle, die an ihn glauben, von der Herrschaft der Sünde befreit hat.

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