Andachten

Andacht

Andacht 09.06.219

09. Juni 2019 | Joachim Hildebrandt

Andacht 09.06.219

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.

In dem Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer beklagt sich der Schuster Wilhelm Voigt bei seinem Schwager darüber, dass er nach seiner Entlassung aus dem Knast aufgrund der staatlichen Ordnungen keinen Pass, keine Arbeit und Wohnung und auch keine Aufenthaltsgenehmigung bekomme. Der Schwager, ein aufrechter preußischer Unteroffizier, verweist ihn dann auf die Notwendigkeit der Ordnung: „’n Mensch biste überhaupt nur,  wenn du dich in ne menschliche Ordnung stellst! Leben tut auch ne Wanze!“ Darauf antwortet Voigt: „Richtig! Die lebt, Friedrich! Und weißte, warum se lebt? Erst kommt de Wanze, und dann de Wanzenordnung! Erst der Mensch, Friedrich! Und dann de Menschenordnung!“
In unseren Diskussionen über das richtige Verhalten im Gemeindeleben fällt häufig der Satz: „Gott ist ein Gott der Ordnung.“ Für Paulus ist hier der Gegensatz zur Unordnung der Friede. Ordnung muss sein. Sie bezieht sich auf Regeln, die unser Verhalten untereinander  erleichtern. Friede beschreibt unser Verhältnis miteinander und zueinander. Die Ordnung ist um des Menschen willen da und nicht der Mensch um der Ordnung willen.
Diese Haltung finden wir stets bei Jesus, hier nur einige Beispiele: Jesus handelte häufig  gegen die damalige Ordnung, weil es ihm um den Menschen ging. Er pflegte  Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern. Die frommen Ordnungshüter hielten ihn für einen „Fresser und Weinsäufer, ein[en] Freund der Zöllner und Sünder“ (Mt 11,19). Als seine Jünger am Sabbat Ähren rauften, beschwerten sich die Pharisäer bei Jesus. Er rechtfertigte ihr unerlaubtes Tun: „Der Sabbat wurde zum Wohl des Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Sabbat.“ (Mk 2,27 NLB)
Als die Schriftgelehrten die Ehebrecherin zu Jesus brachten, wiesen sie auf das Gesetz Moses hin, das Steinigung gebietet. Sie forderten ihn zu einer Stellungnahme auf, um seine  Gesetzestreue zu prüfen. Jesus entschied sich gegen die Forderung des Gesetzes, für die Begnadigung der Frau (Joh 8,1–11).
„Die Schriftgelehrten und Pharisäer lehrten über das Gesetz; er [Jesus] lehrte über das  Leben.“ (William G. Johnsson: Der Unvergleichbare, Advent-Verlag, Lüneburg, Bd. 1, S. 190) Wir sollten handeln, wie Jesus es tat – den Menschen wichtiger nehmen als unsere  menschlichen Ordnungen.

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