Andachten

Andacht

Andacht 11.07.2019

11. Juli 2019 | Beate Strobel

Andacht 11.07.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Ein Mann hatte zwei Söhne. Er bat den ersten: „Mein Sohn, arbeite heute in unserem Weinberg!“ „Ich will aber nicht!“, entgegnete dieser. Später tat es ihm leid, und er ging doch an die Arbeit. Auch den zweiten Sohn forderte der Vater auf, im Weinberg zu arbeiten. „Ja, Herr“, antwortete der. Doch er ging nicht hin. Wer von den beiden Söhnen hat nun getan, was der Vater wollte?

Jesus ist ein hervorragender Erzähler. Seine Gleichnisse sind wie eine Einladung, immer wieder neu und anders auf Gott und die Welt zu blicken. So ist es auch mit dem Gleichnis von den ungleichen Söhnen. Man kann die Geschichte auch „Das Gleichnis von den zwei Wortbrüchigen“ nennen, denn eigentlich kann man sich auf keinen der beiden verlassen. Es wäre ja schön, wenn ein Ja ein Ja ist und ein Nein ein Nein. Aber mal ehrlich: Auch wir tragen Merkmale der beiden Söhne in uns. Mal sagen wir Ja und handeln nicht. Mal sagen wir Nein und tun es dann doch. Die Anteile sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber grundsätzlich sind wir manchmal geradlinig, manchmal wankelmütig. Jesus stellt am Ende die Frage, wer von den beiden nun getan hat, was der Vater wollte. Dadurch wird klar: Handeln ist oft wichtiger als große Worte. Viel reden und nichts tun, das kennen wir aus der Politik, aber auch von uns selbst und unseren Mitmenschen. Mit Worten wird Nächstenliebe großgeschrieben, aber wenn es darum geht, sich zu engagieren, heißt es: „Sorry, keine Zeit!“ Da finde auch ich mich wieder. Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen ist wie eine Einladung, neu und anders auf die Welt zu blicken, nicht nur fromme Reden zu halten, sondern meinen Glauben konkret in die Tat umzusetzen. Und auch wer Nein sagt, hat damit noch nicht alle Türen zugeschlagen: Den Willen des Vaters zu tun, dafür ist es nie zu spät. Doch was bewegt den Neinsager so plötzlich, sich anders zu entscheiden? Dem ersten Sohn tut es ehrlich leid, den Vater mit all der Arbeit allein gelassen zu haben. Das ist der Grund, und nicht, weil er sich unter Druck gesetzt fühlt. Reue und Umkehr setzen voraus: Man muss mutig sein und riskieren, dass andere einen als wankelmütig ansehen. Jesus öffnet mit dem Gleichnis die Tür: Steh zu deinen Fehlentscheidungen! Kehr um und geh den besseren Weg! Gottes Liebe gibt dir die Freiheit und den Mut zur engagierten Tat.

Zurück

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
Jeder ist eingeladen, den EINEN zu entdecken, zu erleben und kennen zu lernen, der nichts anderes, als uns heilen will.

Mehr herausfinden