Andachten

Andacht

Andacht 27.07.2019

27. Juli 2019 | Martina Siefert

Andacht 27.07.2019

Bildnachweis: mathias the dread / photocase.de

Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Wer dem einen richtig dienen will, wird sich um die Wünsche des anderen nicht kümmern können. Er wird sich für den einen einsetzen und den anderen vernachlässigen. Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld leben.

Quer durch Island verläuft der Mittelatlantische Rücken. Hier entfernen sich die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte jährlich um 2,5 cm voneinander. Vulkanische Aktivität, Risse und Spalten im ganzen Land sind die Folge. Im Westen der Halbinsel Reykjanes wurde über solch einen Graben die „Brücke zwischen den Kontinenten“ gebaut. Man kann dort sozusagen mit einem Bein in Europa und mit dem anderen in Amerika stehen. Und unwillkürlich fragt man sich, wie viele Jahre die Konstruktion wohl den Spannungen durch das stetige Auseinanderdriften standhalten kann.
Mir kommt dieser Ort wie ein Gleichnis über mein Leben vor. Auf der einen Seite des Grabens stehen mein Glaube, mein Engagement in der Gemeinde, Mission, Gebet und meine Beziehung zu Gott. Auf der anderen Seite muss ich mich mit den Notwendigkeiten des täglichen Lebens befassen, sorge für die Familie, habe Hobbys und Freundschaften zu Kollegen oder Menschen, die meinen Glauben nicht verstehen.
So stehe ich mit dem einen Bein hier und mit dem anderen dort und manchmal wird der Spagat so groß, dass er nicht mehr überbrückbar ist. Fordert mich da der Eingangstext auf, mich konsequent aus allem weltlichen Leben zurückzuziehen und sprichwörtlich ins Kloster zu gehen? Ich denke, nein! Schließlich sollen wir ja gleichzeitig laut Matthäus 5,13–15 das Salz in der Suppe der Gesellschaft sein. Und das geht nur, wenn wir mittendrin sind, uns einbringen und sozusagen unterrühren lassen.
Um Schäden aufgrund von Spannungen zu vermeiden, wird beim Bau von Brücken üblicherweise eine Seite fest verankert, während die andere so konstruiert wird, dass sie eine gewisse Flexibilität erlaubt. So ist es auch in meinem Leben. Je besser ich in Gott und in der Gemeindefamilie verankert bin, desto leichter fällt es mir, zeitweise einen Schritt zurückzutreten, wenn ich in Situationen gerate, die sich mit meinen Überzeugungen nicht vereinbaren lassen. So kann ich einem Herrn dienen und dennoch Salz für meine Mitmenschen sein.

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