Andachten

Andacht

Andacht 28.07.2019

28. Juli 2019 | Dennis Meier

Andacht 28.07.2019

Bildnachweis: Fraenzel / photocase.de

Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiss hab ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat.

Sie, das ist Hagar, die Magd Abrams. Heute würden wir sagen: eine Leihmutter. Abram und Sarai wollen von ihr das, was ihnen die Natur (oder Gott) bis dato vorenthielt: einen Sohn. Nach der von Abram und Sarai gemeinsam geplanten „Intervention“ ist Hagar schwanger und es kommt zu Konflikten, noch bevor das Kind geboren ist. Hagar flieht, doch Gott „holt sie ein“ und es kommt zu einer Begegnung, die Hagar kunstvoll in nur einem Wort zusammenfasst (zumindest im Original): Er sieht mich. Die ägyptische Sklavin formuliert hier einen der Namen Gottes, der Eingang in die Tradition gefunden hat: der Gott, der mich sieht, El-Roï! In dieser Begegnung bekommt Hagar die Verheißung einer großen Nachkommenschaft.
Abram (später Abraham) ist einer der großen Hauptdarsteller in der Bibel. Der wird gesehen. Hagar nicht. Sie ist Magd, und das Einzige, was man in ihr sieht, ist eine funktionstüchtige Gebärmutter. Das Sehen aber, das sie hier durch Gott erlebt, ist mehr als nur schauen: Gott bejaht den ganzen Menschen und seine Geschichte.
Hagar steht auch für die Millionen Frauen, die niemand sieht. Funktionalisiert als Arbeitskraft und Gebäreinheit. Die Kirchen, unsere eingeschlossen, tun sich bis heute schwer damit, zu „sehen“. Ganz anders Gott. Als „Engel des Herrn“ begegnet er ihr.
Als Teenager war ich schüchtern und litt darunter, nicht gesehen zu werden (was mir heute viele nicht glauben). Es gab Anfang der 1980er Jahre legendäre Missionsfreizeiten, an denen ich mit meinem Bruder teilnahm. Wenn ich heute damalige Teilnehmer treffe, erinnern sich alle an meinen Bruder, an mich erinnert sich kein einziger. Seitdem sind mir zwei Sachen wichtig. Die erste habe ich erlebt wie Hagar: Gott hat mich gesehen. Gut, es war kein Engel, aber heute sage ich: Er meint mich und sieht mich. Das trägt und prägt mich. Darauf folgt (zweitens): Seitdem versuche ich, aufmerksamer zu schauen und mich auch denen zuzuwenden, die von anderen nicht gesehen werden. Das ist eine Übung wert: Gehe bei der nächsten Jugendstunde, dem nächsten Gottesdienst oder Potluck zu der Person, die sonst keiner sieht. Mach’s wie Gott und lerne tolle Leute kennen.

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