Andachten

Andacht

Andacht 07.09.2019

07. September 2019 | Günter Schlicke

Andacht 07.09.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Ihr sagt: „Alles ist erlaubt!“ Mag sein, aber nicht alles ist deshalb auch schon gut. Alles ist erlaubt, aber nicht alles fördert die Gemeinde. Ihr sollt nicht an euch selbst denken, sondern an die anderen.

Trompetenschall, Hörnerklang und laute Jagdrufe aus dem Erdgeschoss schreckten den Mieter der ersten Etage aus der Mittagsruhe. Er sprang auf, rannte die Treppe hinunter und fragte seinen Nachbarn nach dem Grund des Lärms. Der sagte ganz cool: „Ich habe heute Jagdtag, und in meiner Wohnung kann ich machen, was ich will!“ Stillschweigend ging der andere wieder nach oben. Am nächsten Tag tropfte Wasser beim Nachbarn im Erdgeschoss von der Decke. Empört lief er nach oben, läutete an der Tür und schrie: „Was soll das?“ Der andere saß auf dem Tisch, mit einer Rute in der Hand, und antwortete seelenruhig: „Heute ist Angeltag, und in meiner Wohnung kann ich machen, was ich will!“
Einige Christen in Korinth nahmen keine Rücksicht auf ihre Mitchristen, als sie Fleisch aßen, das vorher den Götzen geweiht worden war. (Es ging hier nicht um reine oder unreine Tiere nach 3. Mose 11.) Nach Meinung der einen entstand durch das Essen dieses Fleisches Gemeinschaft mit den Dämonen. Die anderen argumentierten: „Tote Götzen können uns nicht schaden.“ So verurteilten sie sich gegenseitig. Das schadete aber der Verkündigung der Botschaft von Jesus.
Mit der Devise „Mir ist alles erlaubt!“ handeln wir nicht im Sinne Jesu, weil unsere Sicht zum Maßstab für andere gemacht wird. Und wer will schon mit jemandem zusammen sein, der sich als der Größte fühlt und andere hochmütig verurteilt, weil sie anders denken und ihr Lebensstil von seinem abweicht?
Doch gerade das erleben wir oft im Gemeindealltag. Da wird verbissen darüber gestritten, was und wie wir richtig essen, welche Musik wir hören dürfen, wie sich Kinder zu benehmen haben oder welche Kleidung „gerade noch“ dem Anstand entspricht. Dabei sind Ordnungen durchaus sinnvoll. Sie helfen, besser miteinander auszukommen. Wenn trotzdem Probleme auftreten, ist es hilfreich, uns in die Lage des anderen zu versetzen, ihm einfühlend wahre Werte zu zeigen (Gottes Ordnungen) und letztlich die Entscheidungen des anderen zu respektieren. Dann wird das Zusammenleben für alle harmonisch und beglückend. In diesem Sinne ist alles erlaubt.

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