Andachten

Andacht

Andacht 08.10.2019

08. Oktober 2019 | Lydia Eckart

Andacht 08.10.2019

Bildnachweis: Rike. / photocase.de

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Mein Bruder und ich hatten eine längere Zugfahrt vor uns und mein Großvater brachte uns zum Bahnsteig. Uns schräg gegenüber standen ein junger Mann und eine junge Frau, die sich unterhielten, eventuell waren sie Geschwister oder ein Paar. Der junge Mann zog eine Zigarettenschachtel aus seiner Jackentasche, riss das Papier ab und schmiss es achtlos weg. Der Mülleimer hätte zwei Meter weiter gestanden. Mein Bruder und ich sahen dies, sahen meinen Opa an und ahnten, was jetzt kommen würde. Wir nahmen also einen kleinen Abstand ein und tatsächlich sprach unser Opa besagten jungen Mann an, er solle doch das Papier aufheben und in den Mülleimer werfen. Dieser tat nichts dergleichen, also sagte mein Opa: „Wenn Sie nicht sofort das Papier aufheben, dann … dann …“ Der jungen Frau war die Situation sichtlich peinlich, sie hob das Papier schnell auf und schmiss es weg. Mein Großvater richtete ein „Danke!“ an sie, und zu dem jungen Mann sagte er: „Hätte sie es nicht aufgehoben, hätte ich es gemacht!“ Und man konnte sich sicher sein, dass dem so war.
Stehen wir auch so zu unserem Wort, wenn uns etwas ärgert? Der Bibeltext lautet: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.“ Doch wie es oft so ist, wird selbst der Wunsch eines guten Morgens bereits als Phrase ausgesprochen und kleine Kinder verlangen ein Versprechen, weil sie sich auf das gegebene Wort nicht verlassen.
Wir erwarten von unserem Gegenüber, dass er hinter dem steht, was er sagt. Oft haben wir bestimmte Ansprüche und Erwartungen an das Verhalten anderer, doch wenn eine brenzlige Situation entsteht – stehen wir selbst dann auch hinter unserer Überzeugung? Würden wir etwas weiterführen, obwohl der andere nicht unseren Erwartungen, ja vielleicht auch Forderungen entspricht? Ich selbst hätte den jungen Mann wohl eher nicht auf den Papierschnipsel angesprochen oder ihn gar selbst aufgehoben, obwohl ich das Verhalten nicht gut fand. Was hättest du getan? Es fängt mit einer Kleinigkeit an, doch wo endet es?
Ich wünsche uns heute einen guten Tag und ehrlich gemeinte Worte. Fangen wir bei dem an, was wir zu anderen sagen, und vielleicht überträgt sich dieses Verhalten schneller als gedacht.

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