Andachten

Andacht

Andacht 23.10.2019

23. Oktober 2019 | Klaus Kästner

Andacht 23.10.2019

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Gebt unserm Gott allein die Ehre!

Jubiläen können gefährlich sein. Sie verleiten dazu, Ereignisse und Personen zu glorifizieren. Die Realität der Geschichte wurde auf diese Weise schon oft beschönigt und verfälscht. „Große Männer“ waren in Wirklichkeit selten so groß, wie man es später darstellte. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man gern verschwiegene Schattenseiten. Das gilt auch für die Geschichte der Christenheit.
Auch im vergangenen Lutherjahr 2017 kann es sein, dass Luther glorifiziert wurde. 2009 wurde ebenfalls an einen herausragenden Mann der Reformation erinnert, der 1509 in der französischen Picardie geboren wurde – Johannes Calvin. Dem Wunsch seines Vaters folgend wurde er Rechtsgelehrter. Doch er verzichtete auf die Karriere eines Juristen. Ihn beschäftigte die Frage nach Gott und dem rechten Glauben. Als leidenschaftlicher Anwalt der verfolgten Reformierten in Frankreich wollte er sich in Basel oder Straßburg niederlassen. Doch ganz gegen seinen Willen wurde Genf der Ort seines entscheidenden Wirkens und ein Zentrum der reformatorischen Bewegung in Europa.
Ausgerechnet in dieser von Calvin geprägten Stadt, in der die Bibel als höchster Maßstab den Lebenswandel aller Bürger bestimmen sollte, wurde am 27.10.1553 der erste protestantische Ketzer auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Es war der aus Spanien stammende Arzt Michael Servetus, der es gewagt hatte, gegen das Dogma der Dreieinigkeit Gottes zu polemisieren. In Lyon wurde er dafür von der Inquisition verhaftet und verurteilt, konnte aber nach Genf fliehen. Doch die Flucht rettete ihn nicht vor dem Flammentod. Die Genfer Stadtoberen sorgten mit der Zustimmung Calvins für die Vollstreckung des Inquisitionsurteils.
Das ist aus heutiger Sicht unfassbar. Doch es ist die historische Realität: Auch Gottesmänner und -frauen sind keine makellosen Lichtgestalten. Sie sind mindestens immer auch Kinder ihrer Zeit und Kultur, trotz göttlicher Berufung und Führung irrende und fehlerhafte Menschen im Zwielicht dieser Welt. Diese Linie begann mit Abraham und reicht bis in die Gegenwart der Gemeinde Jesu.
Es ist manchmal erschreckend, aber auch tröstlich: Gott arbeitet mit Werkzeugen, die wir wegen ihrer Unzulänglichkeit vielleicht gar nicht in die Hand nehmen würden, und misst dadurch jedem von uns unschätzbaren Wert bei.

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