Andachten

Andacht

Andacht 24.10.2019

24. Oktober 2019 | Nicole Spöhr

Andacht 24.10.2019

Bildnachweis: Rike. / photocase.de

Denn jeder ist für sein eigenes Tun vor Gott verantwortlich. Das ist schon schwer genug!

Mein Umzug war mittlerweile etwa vier Wochen her. Es war Anfang Dezember, als mir auf dem Weg zur Arbeit ein älterer Herr auffiel, der an mir vorbeiging. In seinem langen, dunkelblauen Mantel sah er sehr gepflegt aus. Schön, wenn man sich in dem Alter noch ansprechend kleidet, dachte ich schmunzelnd. In den folgenden Wochen wiederholte sich die Szene regelmäßig; offenbar hatten wir einen ähnlichen Weg, wenn auch in entgegengesetzter Richtung. Den Mann treffe ich häufiger als meine beste Freundin!, dachte ich und musste unweigerlich grinsen, sobald ich ihn entdeckte. Irgendwann wartete ich an der Straße, als er direkt neben mir auftauchte. „Sie lächeln mich immer so nett an, wollen wir mal einen Kaffee trinken gehen?“
Mein Schal kam mir plötzlich sehr eng vor und obwohl ich dachte: Nein!, hörte ich mich sagen: „Ja, vielleicht irgendwann mal.“ Meine vage Hoffnung, das wäre sicher nicht ernst gemeint, zerschlug sich, als er mich bei unserer nächsten Begegnung mit „Wie wäre es heute? Ich habe gerade Zeit“ freudig begrüßte. Ich sagte ihm, dass ich zur Arbeit müsse, und malte mir bereits im Kopf aus, welche Strecke ich ab jetzt nehmen könnte, um ihm aus dem Weg zu gehen. Doch mein Gewissen meldete sich prompt: Wie kommst du darauf, einen wildfremden Mann Tag für Tag breit anzugrinsen – was würdest du an seiner Stelle denken? Erst Hoffnungen machen und dann abblitzen lassen – nicht gerade die feine englische Art!
Das „Eltern haften für ihre Kinder“-Schild gilt längst nicht mehr; je älter wir werden, desto mehr zeigt sich, dass unsere Worte und Taten Konsequenzen nach sich ziehen. Und manchmal ist es unangenehm, für „sein eigenes Tun“ geradezustehen, wenn einem die Tragweite erst mal bewusst geworden ist. Mittlerweile haben „mein Opa“ und ich uns ab und zu wieder getroffen und belassen es bei einem gegenseitigen „Moin“. Aber ich weiß nicht, was er damals wirklich gedacht hat. Vermutlich hat ihn mein Verhalten verletzt und das tut mir leid. Ein Stück schlechtes Gewissen bleibt und im Grunde ist das gut, denn es erinnert mich daran, es in Zukunft besser zu machen.
Ich möchte offen sein und mich korrigieren lassen – von meinem Umfeld und von Gott. Denn zum Glück bleibe ich sein geliebtes Kind, auch, wenn ich längst erwachsen bin.

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