Andachten

Andacht

Andacht 26.10.2019

26. Oktober 2019 | Lothar Reiche

Andacht 26.10.2019

Bildnachweis: zettberlin / photocase.de

Siehe, er geht an mir vorüber, ohne dass ich’s gewahr werde, und wandelt vorbei, ohne dass ich’s merke.

In diesem Bibeltext spricht Hiob ein Thema an: das Vorübergehen. In diesem Kontext ist es Gott, der an Hiob vorübergeht. Auch wir kennen Situationen, in denen wir fragen: „Gott, warum gehst du an meiner Not vorbei? Wenn du bei mir wärst, müsste es mir anders gehen. Geh doch nicht vorbei!“
Das Phänomen des Vorübergehens ist aber an vielen Stellen zu bemerken. Im Hinblick auf manche Dinge freuen wir uns, wenn sie an uns vorübergehen. Dazu gehört beispielsweise ein Unglück, das gerade noch so an uns vorbeigegangen ist, oder etwas, das uns Sorgen bereitete und Angst machte und jetzt endlich hinter uns liegt.
In schlimmen Situationen schafft das Vorübergehen Erleichterung und Dankbarkeit.
Dann gibt es aber auch Dinge, bei denen wir Schmerz empfinden, wenn sie an uns vorbeigehen oder vorbei sind.
Ich erinnere mich an ein Lied, das wir im Herbst gern zu den Erntedankfesten sangen: „Leis fallen die Blätter vom Baume, Natur will zur Ruh: Sie atmet schwer wie im Traume, deckt sich mählich zu. Wie stand sie einst voller Prangen im wonnigen Mai, der Sommer ist schnell vergangen und alles vorbei.“
Das klingt traurig. Der Mai war so wonnig, der Sommer so hell und warm. Und nun kommt der trübe Herbst und dann der kalte Winter.
Im Lied wird auch daran erinnert, dass die Jugend vorbeigeht: „Und wenn auch die Jahre entschwinden, die Jugend entschwebt, wir können es jubelnd verkünden: Jesus Christus lebt! … Wir ruhen in starken Armen in Leben und Tod. … er bringt den Frühling uns wieder, scheint er auch noch fern. Wir wollen gläubig vertrauen, weil er uns verspricht: In allem Sterben und Grauen verlass’ ich dich nicht.“ (Jugendliederbuch von 1948, S. 148, Hermann Wiesing) Es wird deutlich: Auch wenn unser Leben endlich ist und alles vorbeigeht, ist es Gott, der bleibt und uns Hoffnung auf ein Leben schenkt, das niemals vorbeigeht. Auch wenn wir manchmal meinen, er hätte uns verlassen oder er wäre an uns vorbeigegangen. Am Ende können wir wie Hiob (42,3) bekennen: „Darum hab ich ohne Einsicht geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe.“

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