Andachten

Andacht

Andacht 22.11.2019

22. November 2019 | Reinhold Schwalm

Andacht 22.11.2019

Bildnachweis: m.voigt.1982 / photocase.de

Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.

Immer wenn ich in meiner Kindheit eine Predigt zu diesem Text gehört habe, war ich damit nicht einverstanden. Denn ich fragte mich immer wieder: Wie kann Sterben Gewinn sein? Denn mein Leben ist dann weg und ich existiere nicht mehr.
Mein Vater versuchte, für mich die Verbindung zwischen Tod und Christus herzustellen, aber ich verstand es nicht. Es kam 1945 die Flucht, ich musste als Kind zusehen, wie Menschen getötet wurden, und miterleben, wie mein Onkel erschossen wurde. Das sollte Gewinn sein?
Es kam meine Jugendzeit, die Frage blieb offen. Mit 20 Jahren ließ ich mich taufen, mir war klar, ich brauche Christus in meinem Leben, aber die Frage nach dem Sterben und dem Gewinn blieb offen.
Bis zu dem Sabbat, als der Gemeindeälteste zu mir kam und mich bat: „Reinhold, heute fährst Du zu Schwester X, denn Bruder X ist gestorben und du überbringst die Anteilnahme der Gemeinde.“ Da zu ihnen 15 km mit dem Fahrrad gefahren werden mussten und der Älteste dazu nicht in der Lage war, sollte ich es tun. Trotzdem weigerte ich mich zu fahren, denn was sollte ich junger Mensch einer trauernden Schwester sagen?
Aber ich bekam den ernstlichen Auftrag und musste fahren. Als ich unterwegs war, wünschte ich mir, die Kette möge reißen, die Gabel brechen oder ein Gewitter kommen. Nichts dergleichen passierte. Bald sah ich das Häuschen der Geschwister und fuhr auf den Hof. Umständlich suchte ich mir einen Parkplatz für mein Fahrrad und ich war noch nicht ganz fertig, da ging die Haustür auf, die Schwester kam mit ausgebreiteten Armen auf mich zu und sagte: „Reinhold, wie schön, dass du da bist, der Papa hat es geschafft.“ Ich war sprachlos, meine zurechtgelegte Rede war dahin. Sie erzählte mir dann von den letzten Stunden, bevor der Papa eingeschlafen ist. Sie sprachen nur von der neuen Erde, was alles dort sein wird und was dort nicht mehr sein wird. Sie erzählte, wie glücklich sie waren, und die letzten Worte vom Papa waren: „Mutti, komm bald nach, dann sehen wir uns wieder, dann ist der Heiland da.“
Nun hatte ich begriffen, was es heißt: „Sterben ist mein Gewinn.“ Diese Erfahrung hat mich mein ganzes Leben begleitet und mir gezeigt, wo der Gewinn wirklich zu suchen ist.

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