Andachten

Andacht

Andacht 12.12.2019

12. Dezember 2019 | Klaus Kästner

Andacht 12.12.2019

Bildnachweis: Rina H. / photocase.de

Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

In seinem Roman „Jakob der Lügner“ erzählt Jurek Becker die Geschichte des polnischen Juden Jakob Heym, der aus Barmherzigkeit zum Lügner wird – und somit auch zum Hoffnungsspender für viele Leidensgenossen im Ghetto. Durch einen merkwürdigen Zufall dringen im Revier der deutschen Bewacher aus einem Radio knapp zwei Sätze der Nachrichten an seine Ohren. So erfährt er etwas über den aktuellen Verlauf der Frontlinie im Osten; der Name der kleinen Stadt Bezanika wird genannt. Jakob weiß, dass er diese gute Nachricht über den Vormarsch der Russen nicht für sich behalten darf. Er kann aber auch nicht einfach erzählen, wie er zu seinem Wissen gekommen ist. Um seinen Worten Glaubwürdigkeit zu verleihen, sagt er den ungeheuer folgenschweren Satz: „Ich habe ein Radio!“ Mit dieser Behauptung bringt er sich selbst in größte Gefahr, doch ihm wird schließlich klar, dass es nun kein Zurück mehr gibt. Niemand würde ihm glauben, wenn er ehrlich zugeben würde, dass er gar kein Radio hat.
Dieser eine Satz hat die Flamme der Hoffnung neu entfacht. So wird er aus Mitleid und eigentlich gegen seinen Willen zum Lügner, zum Erfinder von Frontmeldungen, die begierig aufgenommen werden. Seine „Neuigkeiten“ vom Zurückweichen der deutschen Wehrmacht werden für viele Ghettobewohner zu einer unentbehrlichen Überlebenshilfe.
Worauf hoffen wir heute? Die lebensspendende Kraft Hoffnung scheint knapp zu werden. Täglich werden wir mit einer Flut von Hiobsbotschaften überschüttet; dauernd passiert irgendwo etwas Schreckliches.
Der römische Dichter Ovid meinte: „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.“ Einer seiner Zeitgenossen, der Apostel Paulus, behauptete allerdings etwas ganz anderes: „Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.“ Wie kommen die beiden berühmten Männer zu so unterschiedlichen Aussagen? Die Antwort ist einfach: Der eine redet von den Zusagen und Wünschen der Menschen, der andere von Hoffnung, die sich an Gott klammert. Somit haben beide recht. Wer sich aber nur auf Menschen verlassen will – seien sie noch so lieb und nett –, steht auf einem schwankenden Boden. Die Botschaft vom Advent ist eine Einladung, den Zusagen zu vertrauen, die Gott uns Menschen gegeben hat.

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Die Glaubensüberzeugungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu angelegt, das ganze Leben zu durchdringen. Die heiligen Schriften der Bibel zeichnen ein überzeugendes Porträt von Gott.
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