Andachten

Andacht

Andacht 08.01.2020

08. Januar 2020 | Heinz Wietrichowski

Andacht 08.01.2020

Bildnachweis: Rike. / photocase.de

[Ihr] wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? ... Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.

In einem alten Brief las ich in handgeschriebenem Sütterlin: „Mein Besuch bei Dir ist geplant für den Letzten des kommenden Monats, s.c.j.“ Was bedeuteten diese Buchstaben? Ich ließ mich belehren, dass dies die Abkürzung von „sub conditione Jacobaea“ ist, was zu Deutsch heißt: unter der Bedingung, die Jakobus nennt. Gemeint ist die Äußerung des Apostels im heutigen Bibeltext.
Wenn das Jahr noch jung ist, wird oft gefragt: Welche Vorsätze hast du gefasst? Die Antworten sind oft humorvoll, manchmal lebensstilbezogen, schon seltener geistlichen Inhalts.
Der Gang in das neue Jahr, mit oder ohne gute Vorsätze, gleicht dem Betreten eines unbekannten Terrains. Sieht man keinen gangbaren Weg vor sich, steht aber in der Pflicht, vorwärts zu müssen, fühlt man sich unwohl. Meint man jedoch, den Weg erkennen zu können, stellen sich Erleichterung und Befriedigung ein. Die Zukunft verliert ihre Bedrohlichkeit, der Lebensweg erscheint eben, gerade und sicher. Hurra, wir wissen, wo es langgeht! Nur Mut, alles ist halb so schlimm! Der Weg ist das Ziel.
Wer so spekuliert, erliegt mehreren Trugschlüssen. Der erste: Jeder Weg dünkt uns die Wiederholung eines schon gegangenen oder gefahrenen Weges zu sein. Deshalb sprechen wir auch gerne von unserer „Erfahrung“. Doch ist dieses Hoffen oft vergeblich, denn es erreichen uns immer wieder neue Herausforderungen. Der zweite Trugschluss: Beim Schauen auf den Weg wünschen wir, gleichsam die Zukunft sehen zu können. Hierin begründet sich die Faszination des Schauens auf Uhren, Kalender und Landkarten. Mancher denkt: Den Januar kenne ich schon vom Vorjahr her. Aber niemand durchlebt zweimal exakt dasselbe. Am Neujahrstag gehört der Januar Gott, wir wissen erst am 1. Februar darüber Bescheid. Welche Abgründe oder Höhepunkte vor uns liegen, weiß niemand von uns im Vorfeld.
Was meinte Jakobus? Übe dich in Bescheidenheit! Beim Start schon das Ziel besitzen zu wollen, wäre arrogant. Das sollten wir bedenken, wenn wir den neuen Kalender an die Wand hängen.

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