Andachten

Andacht

Andacht 09.01.2020

09. Januar 2020 | Beate Strobel

Andacht 09.01.2020

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

Diesen Psalm beteten Menschen, die sich auf ihrer Reise nach Jerusalem befanden. Das Bergland östlich der Stadt war nicht ohne Tücken, und niemand wusste, ob er die Reise unbeschadet überstehen würde. Das Gebet fährt fort: „Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (V. 2) Es ist ein Vertrauensgebet, aber etwas merkwürdig formuliert. Ist es ein Zuspruch an sich selbst? Es scheint, als gäbe es einen Zweiten, der da spricht. „Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“ (V.3)
Dieses Gebet ist wie ein Dialog zwischen innerer und äußerer Stimme. Ohne innere Zuversicht kann ein Zuspruch von außen nicht gut wirken. Und ohne Zuspruch von außen kann meine innere Zuversicht leicht zusammenbrechen. Dies lässt sich auch bei verschiedenen Menschen beobachten, die dieselben traumatischen Erlebnisse ertragen mussten und diese ganz unterschiedlich verarbeiten. Der eine sieht es als Hilfe Gottes an, dass er die brenzlige Situation überstand, der andere schürt damit das Argument gegen einen gnädigen, beschützenden Gott, der ihm so etwas zumutete.
Wie sich ein Vertrauen zu Gott entwickelt, bleibt geheimnisvoll, unkalkulierbar und ein Geschenk. Aber wie in jeder Beziehung hängt ganz viel davon ab, ob ich mit Gott reden kann. Zuhören und reden, auch Beten genannt. Meine Haltung verändert sich, wenn ich nicht über Gott nachdenke und rede, sondern mit ihm. Beim Beten kann es durchaus sein, dass ich Gott nicht nur Danke sage. Ich kann auch fragen und klagen, weil vieles in meinem Leben nicht gut läuft. Manchmal vermisse ich Gott in schmerzlichen Erfahrungen, in denen ich gern Hilfe gehabt hätte. Und ich erlebe Gott an meiner Seite, wo ich gar nicht mit ihm gerechnet hatte. Gott half nicht nur früher anderen und frömmeren Menschen, sondern er hilft auch mir.
Der Psalm 121 schließt mit dem Segen: „Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!“ (V. 8) Ausgang und Eingang, nicht umgekehrt. Denn es ist ein Reisegebet. Vor dem Ankommen steht das Aufbrechen. Das gilt für das ganze Leben, ja sogar für das Leben in der Ewigkeit Gottes. Ich wünsche dir auch heute diesen Segen Gottes. Sei behütet auf deinem Weg!

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