Andachten

Andacht

Andacht 14.01.2020

14. Januar 2020 | Günter Schlicke

Andacht 14.01.2020

Bildnachweis: Mr. Nico / photocase.de

Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt – das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.

Am 13. Juni 2017 berichtete der Radiosender Bayern 1 von der folgenden Begebenheit: Emilio, zehn Jahre alt, lebte mit seinen Eltern und Geschwistern in einem kleinen Dorf in Bayern. Beim Ausräumen des Geschirrspülers rutschte seiner kleinen Schwester eine Tasse durch die Hände und zerbrach auf dem Boden. Es war die Lieblingstasse des Vaters, weil er sie bei einem Radioquiz gewonnen hatte; er hatte sie täglich benutzt. Emilio wollte der Schwester und dem Vater helfen. Daher schrieb er einen Brief an die Redaktion, in dem er um eine Ersatztasse bat; bezahlen wollte er sie von seinem Taschengeld. Der Brief berührte das Redaktionsteam so sehr, dass sie ihm am Telefon als Ersatz zwei Tassen versprachen. Am Ende wurden es sogar fünf, sodass jedes Familienmitglied seine eigene Tasse hatte.
Emilio setzte „die goldene Regel“ (Mt 7,12) in die Tat um, obwohl er vielleicht nie von ihr in der Bibel gelesen hatte. Er empfand einfach Mitleid mit seiner Schwester und seinem Vater. Dabei ahnte er nicht, dass er dadurch Gottes Willen erfüllte.
Diese goldene Regel klingt einfach und ist einleuchtend. Trotzdem reagieren wir im Alltag oft nach dem Echoprinzip „wie du mir, so ich dir“. Das entspricht unserer menschlichen Natur. Auch ich handle zuweilen so; besonders dann, wenn ich erschöpft, müde oder in gereizter Stimmung bin. Verdächtigt oder beschuldigt mich dann jemand noch zu Unrecht, fahre ich schnell aus der Haut, und selbst ein Stoßgebet hilft nur dann, wenn ich mich am Morgen ganz bewusst der Führung Gottes unterstellt habe.
Schon Mose betete: „Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.“ (Ps 90,14) Und der Prophet Jesaja bekannte: „Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre wie Jünger hören.“ (Jes 50,4) Der Spruch „Morgenstund hat Gold im Mund“ ist wahr, egal ob wir uns körperlich fit machen, geistig betätigen oder eine stille Zeit der Andacht halten.
Jesus tankte Kraft bei seinem Vater. Deshalb konnte er alle Menschen so behandeln, wie er es selbst gelehrt hatte. Folgen wir seinem Beispiel, wird auch uns das immer besser gelingen.

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