Andachten

Andacht

Andacht 28.01.2020

28. Januar 2020 | Heinz-Ewald Gattmann

Andacht 28.01.2020

Bildnachweis: elsone / photocase.de

… und werdet meine Zeugen sein …

Wie so oft gab es mal wieder keinen Parkplatz in der Innenstadt. Ich kurvte mit meinem Auto zwei-, dreimal durch die Straßen, in denen sich sonst immer ein Platz finden ließ. Doch nichts war frei. Inzwischen rückte mein Termin näher, der Zeitdruck stieg. Jetzt musste ein Parkplatz her! Dann entdeckte ich eine Lücke neben einer Einfahrt. Mein Wagen passte gerade noch hinein und die Einfahrt konnte man auch noch einigermaßen nutzen – dachte ich zumindest. Zwei Stunden später kam ich zurück und fand einen kleinen Zettel hinter dem Scheibenwischer: „Wer so parkt, macht auch keine Reklame für seinen Gott!“ Damit reagierte der Schreiber wohl auf das Schild im Heckfenster meines Autos. Ich hatte dort nämlich einen Aufkleber angebracht: „Wenn dein Gott tot ist, nimm doch meinen: Jesus lebt!“
Heute verzichte ich auf solche Aussagen. Ich habe auch den bei einigen Christen üblichen Fisch nicht an meinem Auto. Das ist mir zu riskant. Ich will Gott kein zweites Mal durch mein Verhalten in ein schlechtes Licht rücken. Als Autofahrer verlege ich meinen Glauben lieber ins Private. Und der bekannte Satz von Rumpelstilzchen – „Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich … heiß“ – fährt permanent mit.
Ich weiß allerdings auch, dass eine solche Haltung problematisch ist, weil Jesus sich das anders gedacht hat. Er lässt keinen Zweifel darüber, was er unter Christsein versteht: Zeuge zu sein für ihn. Christsein geschieht nie nur in der Privatsphäre oder in der Gemeinde, auch wenn dies heute viele für politisch korrekt halten. Christsein ist immer ein Bekenntnis vor anderen. Man kann sich nicht aussuchen, wo, wann und wie man von seinem Glauben Zeugnis ablegen soll. Niemand kann sich darauf wie auf eine Klausur vorbereiten. Es geht nämlich nicht darum, was man weiß, sondern um das, was man ist. Und das zeigt sich eben auch im Alltag: beim Parken eines Autos oder im Umgang mit dem unangenehmen Nachbarn.
Nur gut, dass Jesus verständnisvoll und pragmatisch an diese Sache herangeht und mir mein Versagen bereitwillig vergibt. Allerdings lädt er mich auch ein, seine Vorstellung über mich als sein Zeuge nicht einfach beiseitezuschieben oder zu ignorieren.

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