Andachten

Andacht

Andacht 29.01.2020

29. Januar 2020 | Dennis Meier

Andacht 29.01.2020

Bildnachweis: Mr. Nico / photocase.de

Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!

Erst neulich habe ich es wieder gehört: „Diesen Paulus verstehe ich nicht, der ist mir zu kompliziert.“ Sicherlich wird es manchen analphabetischen Sklaven oder Dienstmägden, die in Rom den Brief des Paulus vorgelesen bekamen, auch so gegangen sein. Da sitzt man am Ende eines langen Arbeitstages auf der Baustelle oder in der Waschküche ermattet im abendlichen Gottesdienst und dann das: ein Brief von Paulus! Aber an dieser Stelle merken wir, dass Paulus es durchaus verstand, auf die einfachsten, intuitiv erfassbaren Bilder zurückzugreifen.
Man vermutet, dass die Abba-Vater-Formel Bestandteil des Taufablaufs war. Wenn die Hörenden also damals diese Formel aufschnappten, wurden warme Erinnerungen wach. Nicht an eine schwedische Popgruppe, wie bei den meisten heute, sondern an den Moment ihrer Hingabe an Gott, als sie Kinder Gottes wurden und den Heiligen Geist bekamen (vgl. Gal 4,6). Sie erinnerten sich an Jesus, der diese Worte kurz vor seinem Leidensweg im Garten Gethsemane aussprach. „Abba, Vater“ – das steht für eine innige Beziehung zu Gott, die nicht geprägt ist von Angst. Früher hörte man öfter, Abba sei die Bezeichnung, die kleine Kinder für ihren Vater benutzten. Die Forschung verneint das heute. Es geht nicht nur um eine kindliche Beziehung, sondern sie darf auch ausreifen und sich immer wieder durch Erfahrungen vertiefen.
Was Jesus aber damals für das Leben der Menschen in Rom bedeutete (von der Knechtschaft zur Kindschaft; von der Furcht zur innigen Liebe), das gilt auch heute für mich. Kein Geist der Furcht soll mich heute bestimmen, sondern die Zugehörigkeit zu ihm. Die Gemeinden Roms und Galatiens waren damals bedroht von Eindringlingen, die zurückwollten zum angstbesetzten Glauben an Gott. Dagegen kämpfte Paulus. Wir sind heute den gleichen Bedrohungen ausgesetzt, von innen und außen. Vieles hat das Potenzial, uns Angst zu machen, und manche machen uns gar Angst vor Gott. Dann gilt es wieder, wie Jesus im Garten, wie Paulus in seiner Predigt, bewusst zu rufen: „Abba, Vater!“ Als Jesus diese Worte sagte, fügte er gleich etwas an, das auch für uns heute gilt: „Abba, Vater, alles ist dir möglich!“ (Mk 14,36)

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