Andachten

Andacht

Andacht 04.02.2020

04. Februar 2020 | Peter Zaiser

Andacht 04.02.2020

So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein.

Ein westlicher Diplomat nahm im früher kommunistischen Polen an einem Staatsbesuch teil. An einem Wochenende ging er in eine Kirche. Er entdeckte einen polnischen Verhandlungspartner und fragte ihn: „Sind Sie Christ?“ Der gab zur Antwort: „Gläubig, aber nicht praktizierend!“ „Ich verstehe“, sagte der Gast, „aber da hätte ich noch eine Frage: Sind Sie Kommunist?“ Der Pole antwortete: „Praktizierend, aber nicht gläubig!“
Tiefes Vertrauen beeinflusst immer beides, das Denken und Verhalten. Deshalb können Glaube und Lebenspraxis nicht voneinander getrennt werden.
Jakobus scheint fast wortwörtlich Paulus zu zitieren, nur sagt er hier genau das Gegenteil, als es um Selbstverständlichkeiten in Bezug auf das christliche Verhalten geht. Wenn jemand in der Gemeinde tatsächlich nichts zu essen hat und bittere Not leidet (Jak 2,15), darf ich mich dann auf den Glauben ohne Werke berufen? Jakobus will nicht etwa die Lehre von der Rechtfertigung aushebeln, sondern er mahnt, Gottes Wort nicht nur zu hören, sondern auch danach zu handeln.
Dabei geht es nicht um Höchstleistungen oder Perfektion, sondern schlicht um etwas aus meiner Sicht Selbstverständliches für einen Christen; im Beispiel von Jakobus: um Barmherzigkeit (Jak 2,13). Wir leben als Christen aus der Annahme und Zusage Gottes. Gott liebt uns nicht, weil wir uns so gut verhalten, sondern er liebt uns trotz unseres Versagens und unserer Begrenzungen. Kann ich dann die Schwester und den Bruder in der Gemeinde zurückweisen, wenn sie oder er in großer Not ist? Kann ich unbarmherzig sein, obwohl ich Barmherzigkeit täglich von Gott beanspruche? Kann ich unversöhnlich bleiben, wenn er mir Versöhnung geschenkt hat? Das wäre unlogisch, doch wir Menschen sind eben voller Widersprüche. Deshalb müssen wir manchmal an das ganz Normale erinnert werden, das wir eigentlich spontan und automatisch ausleben sollten.
Das Ziel dabei ist, uns von unserer Ichbezogenheit zu befreien. Wir befinden uns also ständig in einem Spannungsfeld. Dies aufzulösen würde den Glauben und auch die Werke entstellen. Wir brauchen diesen Gegenpol, um geistlich im Gleichgewicht und lebendig zu bleiben.

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