Andachten

Andacht

Andacht 15.02.2020

15. Februar 2020 | Dennis Meier

Andacht 15.02.2020

Bildnachweis: claudiarndt / photocase.de

Dem Gerechten gereicht sein Erwerb zum Leben, aber dem Frevler sein Einkommen zur Sünde.

„O Gilgamesch, wohin noch willst du laufen? Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden.“ So heißt es pessimistisch in der vermeintlich ältesten schriftlichen Überlieferung der Menschheit, dem Gilgamesch-Epos (ca. 2100 v. Chr.). Auf seiner Suche nach Unsterblichkeit rät man Gilgamesch mit diesen Worten dazu, zu feiern, sich den Bauch vollzuschlagen und sich damit zufriedenzugeben. Man muss ihm zugutehalten, dass ihm das wohl nicht reichte und er weiterzog.
Mehr als 1.000 Jahre später schreibt Salomo die obigen Worte. Mit „gereicht“ ist nicht gemeint, dass es immer zum Leben reicht, sondern: Es dient zum Leben (das Hebräische kommt ohne Verb aus: „Der Erwerb des Gerechten für Leben). Es geht um die Qualität, nicht die Quantität.
Viele von uns gehen heute zur Arbeit und werden am Ende etwas verdient haben, einen Erwerb. Ob wir im Sinne Salomos nun Gerechte sind oder Frevler (das Original sagt: „Böse“), das lässt sich daran erkennen, ob wir die erworbenen Mittel für das Leben einsetzen. Damit ist nicht das biologische Überleben gemeint, sondern das heile, erfüllte Leben. Dasjenige, von dem Jesus spricht, wenn er betont, dass er gekommen sei, damit Menschen das „Leben haben und volle Genüge“ (Joh 10,10). Der schmale Grat zwischen diesem lebensfördernden Einsatz und der „sündigen“ Verwendung ist im Hebräischen besonders gut fassbar, weil die beiden Wörter (le’chaim – le’chattat) ähnlich beginnen und in manchen Wörterbüchern direkt aufeinanderfolgen.
Auch aus der Erfahrung wissen wir um diesen schmalen Grat, denn die nötige Übung, vor einer Ausgabe mal zu überlegen, ob das nun le’chaim – le’chattat fördert, führt nicht immer zu eindeutigen Ergebnissen. Eine Gerechte oder ein Gerechter zu sein, ist somit anscheinend gar nicht so leicht, und dass wir heute gerne Geld ausgeben, das wir erst gar nicht haben, verkompliziert die Sache zunehmend.
Was brauchen wir also? Natürlich das, wofür Salomo so bekannt war: Weisheit. Und zwar von demselben wie Salomo: von Gott selbst. Der wurde in Jesus Mensch, Lebenslehrer. Den sollten wir öfter konsultieren. Ich wünsche dir für heute, was der bekannte jüdische Trinkspruch sagt: Le’chaim! („Auf das Leben!“)

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