Andachten

Andacht

Andacht 17.02.2020

17. Februar 2020 | Thomas Lobitz

Andacht 17.02.2020

Bildnachweis: zettberlin / photocase.de

Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Die Highly Superior Autobiographical Memory (HSAM) ist eine sehr seltene Gehirnanomalie. Weltweit sind etwa 100 Personen davon betroffen. Menschen mit HSAM können nichts vergessen, was sich in ihrer Lebensgeschichte ereignet hat. Das klingt harmloser, als es ist. Man vergisst zwar nie mehr den eigenen Hochzeitstag, doch die enorme Gedächtnisleistung ist ein Fluch – denn auch keine negative Erfahrung wird vergessen: keine Hänselei in der Schule, kein unglückliches Verliebtsein, kein Sturz mit dem Fahrrad. All dies versucht unser Gehirn normalerweise nämlich schönzufärben oder auszusortieren. Menschen mit HSAM haben Schwierigkeiten in Beziehungen, weil sie aufgrund ihrer Merkfähigkeit natürlich alles besser wissen und Kränkungen schlecht verarbeiten. Ihr Kopf ist voll mit Erinnerungen, die sie am liebsten loswerden würden.
Erinnerungen prägen die Identität eines Menschen; es gibt aber auch ein Zuviel davon. Vergessen zu können ist Gnade. Vergessen zu werden ist schlimm.
Gott vergisst uns nicht – gut für uns. Wir dürfen vergessen – gut für uns. Gott vergibt unsere Sünden und „gedenkt ihrer nicht mehr“, wie der heutige Bibeltext sagt. Gott entscheidet sich dafür, unsere Fehler, unsere Lieblosigkeiten zu vergessen, wenn wir Einsicht gezeigt haben. Das ist wirklich eine gute Nachricht für uns. Denn sie besagt, dass er alte Geschichten nicht noch einmal aufwärmt.
Gott will uns aber nicht nur vergeben, sondern uns auch mit ihm versöhnen. Im Kontext des heutigen Bibelverses aus dem alttestamentlichen Buch Jeremia ist von einem „neuen Bund“ die Rede, den Gott mit den Menschen schließen will. Das lässt sich als einen klaren Hinweis auf Christus verstehen. Paulus fasste das Wirken Christi so zusammen: „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“ (2 Kor 5,19) Als Versöhnte werden wir einmal mit ihm auf einer neuen Erde leben, von der Jesaja schrieb: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen.“ (Jes 65,17 EB) Dann wird es uns gelingen, das, was uns jetzt noch belastet, zu vergessen. Gott sei Dank!

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