Andachten

Andacht

Andacht 20.02.2020

20. Februar 2020 | Joachim Kappler

Beine baumeln / Sprungbrett

Bildnachweis: manun | photocase.de

Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.

Der gelähmte Mann, von dem dieser Satz stammt, hatte allen Grund zu dieser Klage. Er befand sich zwar in einem „Kurbad“, fand aber keine Unterstützung, Linderung oder gar Heilung. Ich bin entsetzt über das damalige „Gesundheitssystem“; aber auch heute fühlt sich mancher im Krankenhaus infolge der bekannten Personalnot verlassen.
Doch zurück zum Gelähmten im oder am Kurbad Betesda. Endlich Besuch! Nach 38 Jahren kam Jesus! Seine Frage verblüfft: „Willst du gesund werden?“ Gewiss, nach so vielen Jahren kann man sich wohl mit fast jeder Krankheit abfinden, aber die Antwort des Kranken lässt das tiefere Problem erkennen: die Einsamkeit.
Unabhängig davon half Jesus sofort und sprach so souverän, wie nur er es kann: „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“ Der Geheilte ging in den Tempel, wohl um Gott für dieses Wunder zu danken. Dort traf Jesus ihn wieder und hatte noch ein Wort für ihn. Ein Wort, das wieder verblüfft oder gar verstört: „Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.“ (Joh 5,14)
Was bedeutet das? Ist das nur so dahingesagt wie: Pass auf dich auf! Mach keinen Blödsinn! Nein, Jesus muss etwas Bestimmtes, etwas Ernstes gemeint haben. Aber zu welchen Sünden hat man als Gelähmter in einem Kurbad Gelegenheit? Oder meinte Jesus irgendeine alte Geschichte? Vor 38 Jahren muss der Mann – bei der damaligen Lebenserwartung – wohl noch ein Junge gewesen sein. Was mag er nur Schlimmes angestellt haben? Spekulationen führen nicht weiter. Zumal Jesus bei anderer Gelegenheit den Zusammenhang von Krankheit und individueller Sünde vehement bestritt (Joh 9,1–3).
Ich glaube, Johannes schrieb unter der Leitung des Heiligen Geistes alles auf, was für uns wichtig ist. Ein einsamer Mensch braucht Hilfe. Und wie so vieles hat auch dies zwei Facetten: den, der sie leistet, und auch den, der darum bittet. Ist es mir schon passiert, dass Stolz und Scham mich daran hinderten, jemand anderen um Hilfe zu bitten? Vielleicht steht das zwischen den Zeilen dieser Geschichte.

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