Andachten

Andacht

Andacht 01.03.2020

01. März 2020 | Hartwig Lüpke

Ein einzelner zarter grüner Grashalm vor grünem Hintergrund.

Bildnachweis: judigrafie / photocase.de

Großzügig zu sein gegenüber den Fehlern eines anderen hält die Liebe lebendig.

Ein Lehrer stellte seinen Schülern folgende Aufgabe: „Beschreibt, was ihr auf dem ausgeteilten Papierbogen seht.“ Zunächst gab es ein verwundertes Raunen, weil das Blatt völlig unbeschrieben war – keine einzige Frage, nur ein schwarzer Punkt befand sich mitten auf der Seite. Aber dann begann die Arbeit doch. Zum Schluss stellte sich heraus: Alle Schüler hatten diesen schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, seine Größe, seine Farbintensität. Nun lächelte der Pädagoge: „Ich wollte euch mit dieser kleinen Aufgabe zum Nachdenken bringen. Es hat nämlich niemand etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Alle haben sich nur auf den schwarzen Punkt konzentriert.“
Eigenartig, nicht wahr? Aber kennen wir das nicht auch? Dass wir uns auf die dunklen Punkte in unserem eigenen Leben oder aber im Reden und Leben anderer konzentrieren, die weiße Fläche aber kaum beachten oder gar würdigen? Das war übrigens schon zu Zeiten Jesu so. Der Asket Johannes wurde verteufelt, und Jesus steckte man in die Kategorie „Genussmensch in schlechter Gesellschaft“ (vgl. Mt 11,18–19), weil er den Menschen zugewandt lebte.
Mich bewegt, wie großzügig und weitherzig der Weise dargestellt wird, von dem der heutige Bibeltext stammt. Er war kein Klatschmaul, im Gegenteil. Er konnte über Schwächen hinwegsehen, war auf ein liebevolles Miteinander aus und half damit, dass eine wertvolle Beziehung keinen Schaden nahm. Auf diese Weise wurde der Freund, in dessen Verhalten sich ein „schwarzer Punkt“ zeigte, nicht isoliert oder auf seinen Fehler festgelegt.
Nicht, dass Schuld verharmlost werden sollte, wie das hier und da geschehen mag. Liebe war das Stichwort. Das Verhalten des wohlmeinenden Freundes definierte sich über die Liebe. Er wusste, dass auch ein „Gerechter“ siebenmal (am Tag?) fallen kann (Spr 24,16). Die Liebe des Bruders half ihm aber dabei, wieder aufzustehen. „Die Liebe ist geduldig und gütig.“ (1 Kor 13,4 GNB) Statt Fehler und Schuld auszuschlachten, liegt der Liebe daran, die starken Seiten ihres Gegenübers zu würdigen und ihm zu helfen, sie zu entfalten, auszubreiten und zu vermehren.

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