Andachten

Andacht

Andacht 02.04.2020

02. April 2020 | Lothar Wilhelm

Andacht 02.04.2020

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Jetzt fragte Petrus: „Aber wie ist es nun mit uns? Wir haben doch alles aufgegeben und sind mit dir gegangen. Was werden wir dafür bekommen?“

Was bekomme ich dafür, wenn ich Jesus nachfolge? Dürfen Christen so fragen? Ist nicht jeder, der so fragt, ein Egoist, dem es nur um seinen Vorteil geht?
Erstaunlicherweise antwortete Jesus auf die Frage des Petrus mit einem großartigen Versprechen: Jeder, der wegen seines Glaubens etwas verloren oder aufgegeben hat, wird es bei der Vollendung des Reiches Gottes hundertfach zurückerhalten und das ewige Leben empfangen. Niemand, der Jesus vertraut, wird enttäuscht werden. Wer deswegen Nachteile in Kauf nimmt, wird dafür von Gott unvorstellbar reich beschenkt.
Doch Jesus fügte noch einen Satz hinzu: „Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein.“ (V. 30) Petrus sah Jesus vermutlich fragend an: Was soll das bedeuten? Als Antwort erzählte Jesus das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die am Ende alle den gleichen Lohn erhielten, egal ob sie zwölf Stunden oder nur eine einzige gearbeitet hatten. Natürlich meuterten jene, die länger gearbeitet hatten. (Mt 20,1–14) Am Ende wiederholte Jesus seine Aussage: „So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.“ (V. 16) Was wollte er damit sagen?
Bevor Petrus Jesus seine Frage stellte, hatte er gesehen, dass ein Mann, der das ewige Leben haben wollte, Jesus verließ, weil ihm sein Reichtum wichtiger war. Da kam Petrus der Gedanke: Wir sind dir nachgefolgt – im Gegensatz zu dem da! Was bekommen wir dafür?
Wie bei Petrus lauert in jedem von uns die Neigung, das, was Gott uns schenkt, durch den Vergleich mit anderen zum eigenen Verdienst zu machen und daraus Ansprüche abzuleiten: wir – im Vergleich zu denen, die nicht alles so machen wie wir!
Wenn wir unser Selbstbewusstsein, unser Glücklichsein oder unsere Frömmigkeit aus dem Vergleich mit anderen ableiten, verlieren wir, was Gott uns schenken will. Wir werden uns von den anderen distanzieren – und können uns nicht mehr über Gottes unbegreifliche Güte freuen. So werden wir von Gewinnern zu Verlierern. Davor will Jesus uns bewahren. Gottes Güte ist unvorstellbar groß. Und sie gilt für jeden. Sie reicht, um fröhlich zu leben, auch heute.

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