Andachten

Andacht

Andacht 07.04.2020

07. April 2020 | Alexander K.

Andacht 07.04.2020

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie Jahwe-Gott durch den Garten gehen. Da versteckten sich der Mann und seine Frau vor Jahwe-Gott zwischen den Bäumen. Doch Jahwe-Gott rief den Menschen: „Wo bist du?“

Wie tragisch und traurig. Der Mensch, dem beinahe alles, was Gott erschaffen hatte, anvertraut wurde, damit er es „bearbeite und beschütze“ (1 Mo 2,15 NeÜ), ist auf der Flucht vor seinem Schöpfer. Statt Begegnung, wie sie sonst üblich war, kauert er sich ins Unterholz in der irrigen Vorstellung, er würde dort weder gesehen noch gefunden.
Aber welch großartige Aussage über Gott, unseren Vater, über dessen Umgang mit Versagen, Fehlern und Schuld. So seltsam es auch anmutet, dass Adam und Eva tatsächlich glauben können, sie könnten sich vor Gott verstecken – er zerrt sie dennoch nicht aus dem Gebüsch, um sie zur Rechenschaft zu ziehen.
Wie oft machen wir genau das. Gerade Kindern begegnen wir manchmal mit der Haltung: „Ich hab es dir doch gesagt!“ Aber auch im täglichen Miteinander erliegen wir allzu oft dem Versuch, den anderen und seine Fehler bloßzustellen. Endlich kann ich einmal zeigen, dass ich schon immer recht hatte. Das ist meine Gelegenheit, mein Moment.
Und Gott? Er lässt sich weder von seiner Traurigkeit über den Vertrauensbruch noch durch seine Enttäuschung über die unmittelbar entstandene Trennung beeinflussen. Er geht auf den Menschen zu. Nicht auf eine bedrohliche Art, sondern indem er ihn ruft und ihm so die Chance zu einer Reaktion gibt. Kein Hagel an Vorwürfen, kein Schnellfeuer der Kritik, nur das schlichte Rufen eines Gottes, der den Menschen – also auch uns – nicht aufgibt.
Durch die Wortwahl gibt er uns die Möglichkeit, unseren Standpunkt („wo“) zu bestimmen, unser Verhältnis zu ihm („bist“) zu überdenken und sein weiterhin vorhandenes Interesse an einer persönlichen Beziehung („du“) zu erkennen. Das gilt noch heute. Was auch immer den Tag über passieren mag, spätestens „am Abend, wenn es kühler wird“ und wir etwas mehr Zeit haben, sollten wir der Begegnung mit Gott nicht ausweichen. Er zeigte an diesem tragischsten Tag der Menschheitsgeschichte, dass Verstecken nicht nötig ist. Vertrauen wir heute und jeden Tag auf die ausgestreckte Hand unseres liebenden und barmherzigen Gottes.

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