Andachten

Andacht

Andacht 01.05.2020

01. Mai 2020 | Wilfried Krause

Andacht 01.05.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

So machte sich Rebekka auf mit ihren Mägden, und sie setzten sich auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und zog von dannen.

Abraham hatte seinen Knecht beauftragt, für seinen Sohn Isaak in der ursprünglichen Heimat eine Frau zu suchen. Tatsächlich war es ihm gelungen, eine passende junge Frau zu finden. Sie war bereit, ihr Elternhaus zu verlassen, um einen unbekannten, vierzigjährigen Mann zu heiraten. Zur elterlichen Mitgift gehörte weibliches Dienstpersonal.
Im Laufe meines Dienstes als Pastor predigte ich wiederholt über Abraham, Isaak und Rebekka. Dagegen habe ich noch nie ein Wort über Rebekkas Amme und Mägde verloren. Warum eigentlich nicht? Nun, sie werden nur am Rande und namenlos erwähnt; ihre Lebenssituation schien mir zu unbedeutend, um berücksichtigt zu werden.
Jetzt stelle ich mir jedoch vor, wie sie vom „Umzug“ ihrer Herrin erfuhren. Während sich Rebekka dafür oder dagegen entscheiden konnte, gab es für die Bediensteten keine Wahl. Keiner nahm Rücksicht auf ihre sozialen Beziehungen. Wahrscheinlich war es auch nicht möglich, das Arbeitsverhältnis zu kündigen, sie mussten den neuen Arbeitsort akzeptieren.
Was hat das alles mit uns heute zu tun? Während ich diese Zeilen schreibe, streiken in Görlitz Hunderte Siemens-Angestellte. Der Grund: In absehbarer Zeit soll das dortige Werk geschlossen werden. Die Folgen für jeden Einzelnen sind gravierend und Angst geht um. So hatten etliche vor Jahren Wohneigentum erworben und die monatliche Kreditrate auf der Grundlage ihres Verdienstes kalkuliert. Plötzlich aber änderte sich ihre Lebenssituation grundlegend.
Andere hingegen haben Arbeit – mehr als genug. Nicht wenige unterliegen dabei Zwängen, die sie permanent physisch oder psychisch überfordern. Tausende Arbeitnehmer pendeln Woche für Woche hunderte Kilometer zu ihrem Arbeitsort. Manche halten den Dauerstress nur mit Medikamenten aus. Wer zeitweilig aussteigt, hat es schwer, wieder einzusteigen. Die Arbeitswelt ist für viele Menschen heute alles andere als ein Wunschkonzert. Eine Besserung ist nicht in Sicht.
Was tun? Vielleicht hilft es Betroffenen schon, wenn man für ihre Situation Verständnis zeigt und sie betend begleitet. Und gerade in solchen Lebenssituationen kann der Sabbat, überlegt gestaltet, zu einer Oase der Entspannung werden.

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