Andachten

Andacht

Andacht 02.05.2020

02. Mai 2020 | Hanna Klenk

Andacht 02.05.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Du sollst außer mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Götzenbild anfertigen von etwas, das im Himmel, auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie weder verehren noch dich vor ihnen zu Boden werfen, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott!

Staunend stehe ich in den Überresten einer spätantiken Synagoge in Tiberias. Das gut erhaltene Bodenmosaik zeigt einen Thoraschrein zwischen zwei siebenarmigen Leuchtern. So weit, so gut. Darunter aber ist ein Tierkreis, ein Zodiak, zu sehen. In den Himmelsrichtungen zeigen sich Allegorien der vier Jahreszeiten und in der Mitte der Sonnengott Helios mit seiner Strahlenkrone in seiner Quadriga, dem Viergespann. Immer wieder rätseln Forscher, warum jüdische Gemeinden, die es mit dem Glauben doch so ernst nahmen, dass sie sogar von Dill und Kümmel ein Zehntel abgaben, solche heidnischen Symbole in ihren Gotteshäusern anbrachten. Wie lässt sich ein genaues Befolgen von Regeln, wie beispielsweise das Zählen der erlaubten Schritte am Sabbat, mit der Astrologie vereinbaren?
Als Erklärungsversuch wird der Sonnengott als Verkörperung des einen überragenden Gottes gedeutet, um den Allmächtigen nicht selbst darzustellen. Auch der Name Gottes wurde mit einem „Stellvertreter“ belegt und nicht selbst genannt. So wird aus einem genauen Befolgen der Gebote durch die Hintertür wieder eine Götzenanbetung, eine verbotene Handlung. Indem alles vermieden wird, das den Anschein erwecken könnte, falsch zu sein, wird das an sich Richtige zu einem Hindernis.
Könnte es sein, dass eine solche Haltung auch für Menschen des aufgeklärten 21. Jahrhunderts zu einem Fallstrick wird? Da ich so viel Wissen über gesunde Ernährung besitze, vermeide ich alles, das meinem Körper eventuell schaden könnte, und werde einseitig und engstirnig. Dies hat wiederum fatale Auswirkungen auf mein Wohlergehen. Was gut gemeint ist, wirkt sich negativ aus. Andersherum kann ich auch mit der mir zugesprochenen Gnade ähnlich umgehen. Ich weiß, dass Werke nicht zu meinem Heil beitragen, und könnte so in der Gefahr stehen, „Kleinigkeiten“ wie einen gesunden Lebensstil zu vernachlässigen.
Herr, schenk mir Ausgewogenheit und Weisheit für diesen Tag.

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