Andachten

Andacht

Andacht 08.05.2020

08. Mai 2020 | Werner Jelinek

Andacht 08.05.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

„Komm nicht näher!“, befahl Gott. „Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden!“

Manchmal hört man Bemerkungen, da zieht es einem die Schuhe aus. Da ist man völlig von den Socken, überrascht und verstört. Wie kann man nur?!
Manchmal stehe aber auch ich neben mir – neben meinen Schuhen. Da habe ich mich blamiert, mich getäuscht. Alles ging daneben, und auch ich komme mir völlig daneben vor.
So geht es Mose: Er steht neben seinen Schuhen, obwohl er sie doch noch anhat. Es ist alles schiefgelaufen. Der Jähzorn hat seine Karriere zerstört. Eine hohe politische Laufbahn wäre ihm sicher gewesen, aber nun ist er kein Außenminister, sondern Ausmister. Er steht nicht vor dem Pharao, sondern vor dem Vieh. Er ist mit Schafen und Ziegen unterwegs, die ihm nicht einmal gehören. Und das nicht nur vorübergehend, sondern jahrelang, sogar jahrzehntelang. Soll das alles gewesen sein?
Plötzlich brennt da ein Busch, aber er verbrennt nicht. Mose will das Wunder genauer besehen, und da begegnet ihm Gott. „Zieh deine Schuhe aus“, sagt er. Diese Schuhe haben Geschichte. Sie erzählen von Umwegen und Irrwegen. Sie sind ausgetreten und schmutzig. So kann man nicht vor Gott stehen. Aber der schickt ihn nicht weg, sondern entlastet ihn. Mose darf ablegen, was falsch und böse war, und erfährt Befreiung.
Die Aufforderung „Lege deine Schuhe ab“, die ja eigentlich vielmehr eine Einladung ist, gilt auch dir und mir. Zieh die High Heels des Hochmuts aus, die Sportschuhe des Eilig-darüber-hinweg-Huschens, die Wanderschuhe der Ruhelosigkeit, die Stiefel der Gefühllosigkeit. Du darfst vor Gott stehen. Zieh deine Schuhe aus und werde empfindsam für Mutter Erde.
Der 8. Mai – also der heutige Tag – gilt unter anderem als „Ohne-Socken-Tag“. Das Ehepaar Ruth und Tom Roy hat sich diese Befreiung der Füße ausgedacht. Befreiung der Füße – so begann es auch bei Mose, und dann kam die Befreiung vom ägyptischen Joch.
Mose wird nicht nur die Last der Vergangenheit los. Der brennende Busch, der doch nicht verbrennt, wird zum Symbol seines Lebens. Kein jäh aufflammendes Strohfeuer mehr, das nur Asche übrig lässt, rafft seine Kraft fort. Kein Ausgebranntsein, kein Burn-out, weil Gottes Liebe dauerhaft brennt. Lassen wir uns von diesem Feuer anstecken.

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