Andachten

Andacht

Andacht 22.05.2020

22. Mai 2020 | Stefanie Lindheim

Andacht 22.05.2020

Bildnachweis: Macavity / photocase.de

Ich bin müde vom Schreien, meine Kehle ist rau und wund. Meine Augen sind müde und matt vom Warten auf dich, mein Gott.

Ich bin zu Besuch bei Freunden. Man drückt mir ein Baby (das neueste Familienmitglied) in die Hand, damit ich es für ein paar Minuten beaufsichtige. Eine Zeit lang sind wir zwei ganz ruhig: Das Baby, weil es ganz erstaunt ist über die Person, die es zum ersten Mal in den Armen hält; und ich, weil ich das Wunder des Lebens bestaune, das Gott geschaffen hat. Die Ruhe hält aber nicht lange an. Bald zeigt mir der kleine Erdenbürger, welch starkes Stimmorgan in seinem Inneren heranwächst. Das Baby weint und schreit aus voller Kehle. Ich fühle mich hilflos: Umherlaufen, Singen und Gut-Zureden haben nicht geholfen. Das kleine Würmchen auf meinem Arm schreit sich fast heiser. Ich kann gut nachvollziehen, was das Baby auf meinem Arm zu bewältigen versucht: Erst war alles sehr vertraut auf dem Arm seiner Mutter und dann kam etwas Neues. Zuerst also weckte der Besuch, der nicht wie die Mutter riecht, spricht und sich bewegt, die Neugier. Bald aber stellte sich das Verlangen nach der Mutter wieder ein und äußerte sich durch unaufhörliches Weinen und Schreien.
Beim Beobachten des schreienden Babys auf meinem Arm beginne ich zu grübeln: Wie oft sind wir aufgrund unserer Neugier von Dingen fasziniert und verlieren Gott aus dem Blick? Wie oft fühlen wir uns von unserem Schöpfer verlassen? Wie oft weinen, rufen oder schreien wir im Gebet zu Gott und klagen ihm unsere missliche Lage? Und wie oft sind wir enttäuscht, dass uns nicht umgehend eine Antwort von Gott erreicht, und klagen ihn deshalb an? Und wie oft haben wir uns daran schon heiser geschrien? Wenn ich in das Psalmwort schaue, stelle ich fest, dass es schon vor mir unzählige Menschen gab, die lange auf Gottes Reaktion warten mussten, am Ende aber nicht enttäuscht wurden. So wie das Baby auf meinem Arm: Als ich glaube, dass das kleine Würmchen sich bald heiser geschrien haben wird, kommt seine Mutter aus dem Nebenraum zurück und stillt es.
Auch Gott befindet sich manchmal direkt nebenan und hört unser Schreien. „Denn der HERR gibt acht auf Menschen, die seine Hilfe brauchen.“ (V. 34 NGÜ) heißt es weiter in diesem Psalm. Auch wenn ich mich heiser geschrien und meine Augen trocken geweint habe, weiß ich doch, dass Gott mich sieht und hört und sich mir liebevoll zuwenden wird.

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