Andachten

Andacht

Andacht 29.05.2020

29. Mai 2020 | Kornelia Langer

Andacht 29.05.2020

Bildnachweis: Monika Breiholz

Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.

Mein neuer Mitbewohner ist ein ehemaliger Straßenhund aus Rumänien und ein Meister darin, Essensreste am Wegesrand aufzuspüren: ein Stück Fisch, eine Knusperflocke, ein Schulbrot mit Schinken. Ob es schon lange dort liegt und gefährlich für ihn ist, ist ihm egal. Hauptsache, der Magen ist gefüllt.
Das Betteln ist auch so eine Angewohnheit aus schlechteren Zeiten. Wenn wir an einer Bank mit Menschen vorbeilaufen, die essen, bleibt er stehen, setzt seinen Hundeblick auf, schnüffelt demonstrativ und ist entgegen meinen Erziehungszielen fast immer erfolgreich damit, die Leute zu erweichen. „Ist der niedlich!“, höre ich dann. Er hat eben noch nicht verinnerlicht, dass es bei mir reichlich Futter gibt und noch dazu viel besseres, als er auf der Straße jemals bekommen wird.
Wie oft mache ich es genauso mit Gott? Eigentlich weiß ich, dass er alles hat, was ich brauche. Ich muss mich nicht anderswo umsehen. Und doch ertappe ich mich öfter als mir lieb ist, dabei, dass ich meine, dieses oder jenes könnte Nahrung für meine Seele sein. Das Kleid, der Urlaub, der Kinofilm, das Auto, die Schokolade mit dem Glücksversprechen. Kurzfristig verschafft es ein gutes Gefühl. Auf lange Sicht entlarvt sich viel als Mogelpackung.
Und wie sieht es aus mit heißeren Eisen in meiner Palette an Überlebensstrategien? Hänge ich mich in die Arbeit oder in mein Amt in der Gemeinde, um Anerkennung zu bekommen, weil ich nicht weiß, wie ich das Selbstwertloch in meinem Inneren sonst stopfen kann? Oder stürze ich mich in die nächstbeste Beziehung, weil ich es nicht aushalte, mir selbst zu begegnen? Erwarte ich von meinem Partner oder meinen Kindern, dass sie meine leeren emotionalen Taschen füllen?
Mein Schöpfer hat den Hunger nach mehr in mich hineingelegt und weiß am besten, wie ich satt werde. Er kann jedes meiner Bedürfnisse stillen, auch wenn sich mein Alltag deshalb nicht automatisch in ein Fünf-Sterne-Buffet verwandelt. Wenn ich mir das eingestanden habe, brauche ich meine „Tagesration“ nur noch bei ihm abzuholen.

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